Gerade wurde bei der Sendung mit der Maus (Link ist nur eine Woche gültig) gezeigt, wie Spinnen die Fäden abgenommen werden. Die Medizinische Hochschule Hannover erforscht, ob Spinnenfäden als Verband geeignet sind, oder die Wundheilung beschleunigen. Das Melken der Spinne sah gar nicht kompliziert aus. Und sofort kam mir die Idee, daraus ein Geschäft zu machen. Schließlich gibt es auch mittlerweile Insektenfarmen, die Futter für Reptilien oder als Anglerköder herstellen. Und früher gab es auch mal die Chinchilla-Zucht als Heimgewerbe (aber das war, glaube ich, kein ernsthaftes Gewerbe, sondern nur eine Abzockmasche für Verzweifelte). Das Problem ist, daß in Heimarbeit hergestellte Spinnfäden oder Spinnenseide in der medizinischen Forschung nicht ohne umfangreiche Zertifizierung und Überprüfung der hygienischen Umstände verwendet werden dürfen, dafür bräuchte man also sehr viel Wissen und Kapital. Aber zum Glück erschließt sich gerade eine neue Absatzquelle: Violinensaiten aus Spinnenseide. Für eine Saite wurde die Spinnenseide von 300 Spinnen gebraucht. Das kann man positiv sehen (es wird eine riesige Nachfrage geben) oder negativ (viel zu teuer). Außerdem bringt sich schon die Konkurrenz in Stellung, die versucht, Spinnenseide künstlich herzustellen. Die Meldung ist allerdings schon von 2008, es scheint also noch Schwierigkeiten zu geben. Ah, ich sehe gerade, es gibt noch aktuellere Meldungen, aber marktreif ist das auch noch nicht.
Aber auch ohne technische Innovationen sinken Herstellungskosten allein schon dadurch, daß Massenproduktion einsetzt und Menschen Erfahrungen sammeln und sich ein Markt bildet.
Medizinische Forschung und Geigensaiten sind vielleicht noch kein Massenmarkt. Da muß man sich also noch etwas einfallen lassen. Bei den faszinierenden Eigenschaften der Spinnenseide dürfte das aber kein Problem sein. Spinnenseide ist, bezogen auf ihr Gewicht, vier mal belastbarer als Stahl und kann um das dreifache ihrer Länge gedehnt werden ohne zu reißen. Außerdem leitet sie Wärme noch besser als Kupfer. Für ein organisches Material ist das herausragend. Außerdem gibt es ja noch DaWanda. Im Zweifel kann man noch irgendwas damit basteln.
Naja, und wenn das alles nichts bringt, dann kann man noch immer die Verzweifelten und Leichtgläubigen mit einem Strukturvertrieb oder einem Knel-Franchise abzocken. Leider.
Mein kleines Gedanken-Outlet
Sonntag, 11. März 2012
Montag, 27. Februar 2012
Twitter-App
Bisher komme ich für Twitter noch gut mit meinem Browser zurecht. Bei bisher zwei getesteten Programmen habe ich mich gefragt, wofür man die braucht, weil sich für mich kein Vorteil gegenüber dem Browser ergab. Vielleicht werde ich demnächst aber nochmal ein Programm testen, weil ich jetzt aktiver bei Twitter bin, mehr Leuten folge und mich vor allem interessiert, wer mich wieder entfolgt. Ein paar weitere Ideen und Wünsche, was so ein Programm können sollte, hätte ich schon.Es sollte
aufgebaut sein wie ein Newsreader,
Tweets archivieren, entweder online oder offline (Skydrive, iCloud oder sonstwas),
Tweets regelmäßig abrufen, um Tweets nach längerer Abwesenheit nachlesen zu können,
gelöschte Tweets speichern, aber als gelöscht markieren,
abgekürzte URLs direkt auslesen und die Lang-URL speichern,
abgemeldete Follower erfassen,
den Zeitpunkt anzeigen, seit wann ein neuer Follower dazu kam,
Tweets ausblenden, ohne dem Mitglied entfolgen zu müssen,
verschiedene Suchen verwalten,
einen Tweet kopieren und zum Bearbeiten bereitstellen (RT),
neue Tweets laden, ohne den gerade gelesenen Tweet zu verlassen,
Entwürfe verwalten.
Kennt noch jemand hier Hamster? Das war ein Proxy für das Usenet, der Usenet-Gruppen herunterlud und in einem Netzwerk dann mehreren Nutzern bereitstellte. Das stammt wohl noch aus einer Zeit, als Bandbreite knapp und man nicht permanent online war. Das ist heute nicht mehr der Fall, aber so etwas könnte auch für Twitter nützlich sein.
http://www.heise.de/download/hamster-classic-362795.html
aufgebaut sein wie ein Newsreader,
Tweets archivieren, entweder online oder offline (Skydrive, iCloud oder sonstwas),
Tweets regelmäßig abrufen, um Tweets nach längerer Abwesenheit nachlesen zu können,
gelöschte Tweets speichern, aber als gelöscht markieren,
abgekürzte URLs direkt auslesen und die Lang-URL speichern,
abgemeldete Follower erfassen,
den Zeitpunkt anzeigen, seit wann ein neuer Follower dazu kam,
Tweets ausblenden, ohne dem Mitglied entfolgen zu müssen,
verschiedene Suchen verwalten,
einen Tweet kopieren und zum Bearbeiten bereitstellen (RT),
neue Tweets laden, ohne den gerade gelesenen Tweet zu verlassen,
Entwürfe verwalten.
Kennt noch jemand hier Hamster? Das war ein Proxy für das Usenet, der Usenet-Gruppen herunterlud und in einem Netzwerk dann mehreren Nutzern bereitstellte. Das stammt wohl noch aus einer Zeit, als Bandbreite knapp und man nicht permanent online war. Das ist heute nicht mehr der Fall, aber so etwas könnte auch für Twitter nützlich sein.
http://www.heise.de/download/hamster-classic-362795.html
Dienstag, 3. Januar 2012
Der Mann mit der Schreckschuß-Pistole
Neulich bei Don Vito Corleone im Büro:
Die Tür wird aufgerissen, hinein stürmt ein dünnes Männlein und fuchtelt mit einer Waffe herum. So ginge das nicht weiter, brüllt er, was Don Vito da vorhabe, das ginge nicht, wenn er so weitermache, werde er die Zusammenarbeit einstellen, da sei der Rubikon überschritten, und er werde die Angestellten seines Ladens auf ihn hetzen, und Don Vito werde schon sehen, was er davon habe.
Mitten in seiner Aufregung bemerkt das Männlein, daß Don Vito gar nicht da ist, sondern nur die Sekretärin. Die Sekretärin sagt, daß sie alles ausrichten werde. Wortlos verzieht sich das Männlein. Als Don Vito zurückkommt, sagt ihm die Sekretärin, daß Herr W. da gewesen ist. Der Mann habe einen Spielzeugrevolver dabei gehabt, was sie sofort erkannt habe. Ah ja, denkt Don Vito, einer dieser kleinen Geschäftsleute, die er immer ausnimmt, die sich aber stolz mit ihm fotografieren lassen, was auch Don Vito gut gefällt, weil es ihn ehrenwert aussehen läßt. Don Vito ist sichtlich amüsiert, ob Spielzeugrevolver oder nicht, Waffen machen ihm keine Angst. Er überlegt sich, wie er diesem Männlein zeigen kann, daß es so nicht läuft. Don Vito hat eine Idee. Eine Woche später ruft er zwei Freunde in Frankfurt und München an, die zwar nicht so groß wie Don Vito sind, aber dafür als ehrbarer gelten. Die glucksen vor Freude, hauen sich auf die Schenkel und denken sich: "Von dem will ich auch mal bedroht werden". Eigentlich mögen sie Don Vito nicht, aber die Geschichte ist einfach zu gut, als daß sie die für sich behalten können. Nicht bei dem Männlein, daß sich schon seit einem Monat um Kopf und Kragen redet.
Dieses Bild (Don Vito Corleone und irgendein kleiner Ladenbesitzer, der sich ihm ausgeliefert hat) habe ich vor Augen, wenn ich davon lese, daß Bundespräsident Christian Wulff die Macht seines Amtes nutzen wollte, um unliebsame Berichterstattung über ihn und seine Familie zu unterdrücken. Das hat er vielleicht vorgehabt, und das ist schon peinlich, aber glaubt irgendjemand, daß Kai Diekmann sich davon beeindrucken ließ, auch nur für eine Sekunde? Diekmann wird sofort erkannt haben, daß Wulff ihm nicht drohen kann, und selbst wenn: einen Raufbold wird man kaum mit der Aussicht auf eine Prügelei einschüchtern. Den schüchtert nicht die Auseinandersetzung, sondern die Gefahr einer klaren Niederlage ein. Kai Diekmann kann einschätzen, wie stark ein Gegner ist und welche Freunde er hat.
Wie sieht das ein Richter, wenn ein mittelgroßer Mann ohne Vorstrafen einem stadtbekannten und erfahrenen Schläger mit einer Spielzeugwaffe entgegentritt? Die Waffe wurde zu Unrecht gezogen, aber für das "Opfer" ist sofort erkennbar, daß es keine echte Waffe ist. Wurde der Schläger also nun bedroht oder nicht? Der Skandal liegt doch nicht im Drohen mit dem Schreckschußrevolver, sondern darin, daß jemand sich die ganze Zeit vorher schon immer mit dem Schläger getroffen hat und sich von dem bestätigen ließ, wie toll er doch ist.
Edit: Habe Frankfurt und München hinzugefügt, damit die "Freunde" klarer werden.
Die Tür wird aufgerissen, hinein stürmt ein dünnes Männlein und fuchtelt mit einer Waffe herum. So ginge das nicht weiter, brüllt er, was Don Vito da vorhabe, das ginge nicht, wenn er so weitermache, werde er die Zusammenarbeit einstellen, da sei der Rubikon überschritten, und er werde die Angestellten seines Ladens auf ihn hetzen, und Don Vito werde schon sehen, was er davon habe.
Mitten in seiner Aufregung bemerkt das Männlein, daß Don Vito gar nicht da ist, sondern nur die Sekretärin. Die Sekretärin sagt, daß sie alles ausrichten werde. Wortlos verzieht sich das Männlein. Als Don Vito zurückkommt, sagt ihm die Sekretärin, daß Herr W. da gewesen ist. Der Mann habe einen Spielzeugrevolver dabei gehabt, was sie sofort erkannt habe. Ah ja, denkt Don Vito, einer dieser kleinen Geschäftsleute, die er immer ausnimmt, die sich aber stolz mit ihm fotografieren lassen, was auch Don Vito gut gefällt, weil es ihn ehrenwert aussehen läßt. Don Vito ist sichtlich amüsiert, ob Spielzeugrevolver oder nicht, Waffen machen ihm keine Angst. Er überlegt sich, wie er diesem Männlein zeigen kann, daß es so nicht läuft. Don Vito hat eine Idee. Eine Woche später ruft er zwei Freunde in Frankfurt und München an, die zwar nicht so groß wie Don Vito sind, aber dafür als ehrbarer gelten. Die glucksen vor Freude, hauen sich auf die Schenkel und denken sich: "Von dem will ich auch mal bedroht werden". Eigentlich mögen sie Don Vito nicht, aber die Geschichte ist einfach zu gut, als daß sie die für sich behalten können. Nicht bei dem Männlein, daß sich schon seit einem Monat um Kopf und Kragen redet.
Dieses Bild (Don Vito Corleone und irgendein kleiner Ladenbesitzer, der sich ihm ausgeliefert hat) habe ich vor Augen, wenn ich davon lese, daß Bundespräsident Christian Wulff die Macht seines Amtes nutzen wollte, um unliebsame Berichterstattung über ihn und seine Familie zu unterdrücken. Das hat er vielleicht vorgehabt, und das ist schon peinlich, aber glaubt irgendjemand, daß Kai Diekmann sich davon beeindrucken ließ, auch nur für eine Sekunde? Diekmann wird sofort erkannt haben, daß Wulff ihm nicht drohen kann, und selbst wenn: einen Raufbold wird man kaum mit der Aussicht auf eine Prügelei einschüchtern. Den schüchtert nicht die Auseinandersetzung, sondern die Gefahr einer klaren Niederlage ein. Kai Diekmann kann einschätzen, wie stark ein Gegner ist und welche Freunde er hat.
Wie sieht das ein Richter, wenn ein mittelgroßer Mann ohne Vorstrafen einem stadtbekannten und erfahrenen Schläger mit einer Spielzeugwaffe entgegentritt? Die Waffe wurde zu Unrecht gezogen, aber für das "Opfer" ist sofort erkennbar, daß es keine echte Waffe ist. Wurde der Schläger also nun bedroht oder nicht? Der Skandal liegt doch nicht im Drohen mit dem Schreckschußrevolver, sondern darin, daß jemand sich die ganze Zeit vorher schon immer mit dem Schläger getroffen hat und sich von dem bestätigen ließ, wie toll er doch ist.
Edit: Habe Frankfurt und München hinzugefügt, damit die "Freunde" klarer werden.
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BILD-Zeitung,
Presse,
Wulff
Samstag, 31. Dezember 2011
2011 revisited
Mach auch mal mit:
1. Zugenommen oder abgenommen?
Nie war ich so fett wie an diesem Tag. Empirisch überprüft.
2. Haare länger oder kürzer?
Wie immer.
3. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Kurzsichtiger nicht, aber das Lesen kleiner Schriften geht mittlerweile ohne Brille besser. Mist.
4. Mehr Kohle oder weniger?
Muß ich meine Frau fragen.
5. Mehr ausgegeben oder weniger?
Keine Ahnung. Übrig ist nix.
6. Mehr bewegt oder weniger?
Weniger. Nur mit mir selbst beschäftigt.
7. Der hirnrissigste Plan?
Keine Pläne, die bisher in die Nähe einer Umsetzung kamen. Aber 2012...
8. Die gefährlichste Unternehmung?
Gefährliche Unternehmung? Das wär mal was.
9. Der beste Sex?
Ist auch in diesem Jahr wieder dabei gewesen.
10. Die teuerste Anschaffung?
Keine nennenswerte Anschaffung getätigt. Oder zählt eine neue Steuerkette im Auto als Anschaffung?
11. Das leckerste Essen?
Einmal etwas feiner ausessen gegangen, aber in diesem Jahr entwickelte sich meine Abneigung gegen die Küche, die meine Eltern begeistert (viel und so wie immer), weiter.
12. Das beeindruckendste Buch?
Keines, an das ich mich erinnere. Aber ich habe mich ein wenig in die zeitgenössische Comicliteratur begeben. Da hat mir Lewis Trondheim gefallen. Und die Zeitschrift Merkur erfreut mich immer wieder. Ansonsten lese ich kaum Bücher, nur "Internet".
13. Der ergreifendste Film?
"Wie letztes Jahr: Kein Kino von innen gesehen, auf DVD nur Belangloses, für den Rest reicht das Siebhirn nicht. Irgendeine Doku vermutlich, 3Sat, Arte, Phoenix, irgendwo da." (Das hier hat meine Frau geschrieben, aber es trifft auch auf mich zu.)
14. Die beste CD?
Keine, an die ich mich erinnere. Ich stöbere bei Youtube oder entdecke bei Dradio Kultur "In concert" etwas Neues. Gerade noch Carl Verheyen.
15. Das schönste Konzert?
War ich auf einem Bernd Begemann-Konzert oder war das letztes Jahr?
16. Die meiste Zeit verbracht mit …?
dem Computer, besser gesagt dem Internet, Kindern und der Ehefrau. Und dem Haushalt. Doch, hin und wieder.
17. Die schönste Zeit verbracht mit …?
der Familie, aber auch mit Twitter. Noch ein Zeiträuber.
18. Vorherrschendes Gefühl 2011?
Stagnation, aber auch ein kleiner Aufbruch.
19. 2011 zum ersten Mal getan?
So getan, als ob ich ein Gewerbe hätte und Geschäftsanbahnung betrieben. Und Twitter-Account eingerichtet.
20. 2011 nach langer Zeit wieder getan?
Weiß nicht.
21. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Trübselige Stimmung im Übermaß, Streit mit den Kindern wegen immer gleicher Dinge, Autoreparaturrechnung.
22. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dem Typen klarzumachen, daß er woanders hinpissen soll als in die Ecke vor dem Kindergarten.
23. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Dafür fehlte es dieses Jahr an Phantasie.
24. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Der Comic zu Weihnachten von meiner Frau: Manu Larcenet, Der alltägliche Kampf
25. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Habe durchaus Nettes gesagt bekommen, erinnere mich aber nicht.
26. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Zählen Tweets?
27. 2011 war mit einem Wort …?
verbesserungswürdig
1. Zugenommen oder abgenommen?
Nie war ich so fett wie an diesem Tag. Empirisch überprüft.
2. Haare länger oder kürzer?
Wie immer.
3. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Kurzsichtiger nicht, aber das Lesen kleiner Schriften geht mittlerweile ohne Brille besser. Mist.
4. Mehr Kohle oder weniger?
Muß ich meine Frau fragen.
5. Mehr ausgegeben oder weniger?
Keine Ahnung. Übrig ist nix.
6. Mehr bewegt oder weniger?
Weniger. Nur mit mir selbst beschäftigt.
7. Der hirnrissigste Plan?
Keine Pläne, die bisher in die Nähe einer Umsetzung kamen. Aber 2012...
8. Die gefährlichste Unternehmung?
Gefährliche Unternehmung? Das wär mal was.
9. Der beste Sex?
Ist auch in diesem Jahr wieder dabei gewesen.
10. Die teuerste Anschaffung?
Keine nennenswerte Anschaffung getätigt. Oder zählt eine neue Steuerkette im Auto als Anschaffung?
11. Das leckerste Essen?
Einmal etwas feiner ausessen gegangen, aber in diesem Jahr entwickelte sich meine Abneigung gegen die Küche, die meine Eltern begeistert (viel und so wie immer), weiter.
12. Das beeindruckendste Buch?
Keines, an das ich mich erinnere. Aber ich habe mich ein wenig in die zeitgenössische Comicliteratur begeben. Da hat mir Lewis Trondheim gefallen. Und die Zeitschrift Merkur erfreut mich immer wieder. Ansonsten lese ich kaum Bücher, nur "Internet".
13. Der ergreifendste Film?
"Wie letztes Jahr: Kein Kino von innen gesehen, auf DVD nur Belangloses, für den Rest reicht das Siebhirn nicht. Irgendeine Doku vermutlich, 3Sat, Arte, Phoenix, irgendwo da." (Das hier hat meine Frau geschrieben, aber es trifft auch auf mich zu.)
14. Die beste CD?
Keine, an die ich mich erinnere. Ich stöbere bei Youtube oder entdecke bei Dradio Kultur "In concert" etwas Neues. Gerade noch Carl Verheyen.
15. Das schönste Konzert?
War ich auf einem Bernd Begemann-Konzert oder war das letztes Jahr?
16. Die meiste Zeit verbracht mit …?
dem Computer, besser gesagt dem Internet, Kindern und der Ehefrau. Und dem Haushalt. Doch, hin und wieder.
17. Die schönste Zeit verbracht mit …?
der Familie, aber auch mit Twitter. Noch ein Zeiträuber.
18. Vorherrschendes Gefühl 2011?
Stagnation, aber auch ein kleiner Aufbruch.
19. 2011 zum ersten Mal getan?
So getan, als ob ich ein Gewerbe hätte und Geschäftsanbahnung betrieben. Und Twitter-Account eingerichtet.
20. 2011 nach langer Zeit wieder getan?
Weiß nicht.
21. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Trübselige Stimmung im Übermaß, Streit mit den Kindern wegen immer gleicher Dinge, Autoreparaturrechnung.
22. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dem Typen klarzumachen, daß er woanders hinpissen soll als in die Ecke vor dem Kindergarten.
23. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Dafür fehlte es dieses Jahr an Phantasie.
24. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Der Comic zu Weihnachten von meiner Frau: Manu Larcenet, Der alltägliche Kampf
25. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Habe durchaus Nettes gesagt bekommen, erinnere mich aber nicht.
26. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Zählen Tweets?
27. 2011 war mit einem Wort …?
verbesserungswürdig
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2011
Freitag, 18. November 2011
Der richtige Augenblick
Gerade werde ich per Twitter auf einen Jamiri-Comic aufmerksam, in dem der Weihnachtsmann sein Kostüm und die ganze Aufmachung doof findet und er keine Lust mehr auf den ganzen Kram hat. Als er allerdings ein Bild von Sascha Lobo in der Zeitung sieht, verfliegt der ganze Ärger und er hat wieder gute Laune. Ja, solche Momente gibt es. Vor einiger Zeit hatte ich ausgesucht schlechte Laune, morgens war ein Glas Milch umgekippt, die Kinder wollten nicht, was ich wollte, nachher beim Reifenwechseln klappte irgendetwas auch nicht so, wie es sollte, jedenfalls staute sich die ganze Zeit eine gehörige Ladung schlechter Laune in mir, die raus wollte, aber keinen fand, der sie haben wollte. Zur Hebung der guten Laune kehrte ich noch kurz bei einem Büdchen ein, um etwas Schokolade für den Frustabbau zu kaufen, und dort stand eine junge Frau mit Migrationshintergrund an der Kasse. Plötzlich kam mir der Gedanke, ihr doch kurz zu sagen, wie toll sie Deutsch spräche, und ich malte mir aus, wie sich mich genervt anfauchen würde, und kam aus dem Grinsen nicht mehr raus. Meine ganze schlechte Laune war wie weggeblasen, und der Rest vom Tag bewegte sich wieder nach oben. Ich habe das natürlich nicht zu der Frau gesagt, weil es zum einen dämlich gewesen wäre, und ich mir andererseits vorstellte, wie ihr großer Bruder oder Mann, der gerade das Büdchen verlassen hatte, vielleicht wieder zurückkäme, und mein geistreicher, ironisch gemeinter Scherz hätte erklärt werden müssen. Dazu hatte ich keine Lust, meine gute Laune blieb trotzdem.
Wenn ich jetzt wüßte, wie ich solche guten Augenblicke selbst herbei zaubern könnte, wäre mir sehr geholfen.
Wenn ich jetzt wüßte, wie ich solche guten Augenblicke selbst herbei zaubern könnte, wäre mir sehr geholfen.
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Migrationshintergrund,
schlechte Laune,
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Samstag, 29. Oktober 2011
Griechenland und der Schuldenschnitt - "Das Ende der Geschichte"
Gerade lese ich, daß Griechenland einen Schuldenschnitt bekommt und nur 50 Prozent seiner Hilfen zurückzahlen muß. In seiner Gänze kann ich das nicht beurteilen, ich denke nur, daß die Bereitschaft zu einem Schuldenschnitt schon viel früher in der Krise denkbar hätte sein müssen. Nach meiner Beobachtung war das für die deutschen Politiker immer undenkbar.
Damit schreibe ich jetzt endlich über ein Thema, das hier schon länger in der Schublade liegt: der Umgang mit der Schuldenkrise erinnert mich sehr an den Fall des Ostblocks Ende der 80er Jahre. Eine Entwicklung (der Zusammenbruch des Ostblocks) wird nicht wahrgenommen, weil die möglichen Folgen als zu groß und unübersichtlich angesehen werden, als daß man sich wirklich darauf vorbereiten könnte. Deswegen bereitet man sich gar nicht darauf vor.
In meinen Augen traf der Zusammenbruch des Ostblocks den Westen sehr unvorbereitet. Natürlich gab es eine Menge Leute, die gesagt haben, das kann auf Dauer nicht gutgehen, das System wird zusammenbrechen. Aber wieviele Leute haben gesagt: Das System ist so marode, daß wir uns auf seinen Zusammenbruch vorbereiten müssen, indem wir Pläne vorbereiten und Maßnahmen ergreifen. Und dafür auch Geld ausgeben. Davon habe ich wenig mitbekommen.
Als der Zusammenbruch kam, hat man überstürzt all die Pläne genommen, nach denen im Westen angeblich erfolgreich gearbeitet wurde, oder noch besser, jetzt konnte man die Pläne umsetzen, nach denen man auch im Westen arbeiten sollte, aber es aufgrund von Widerständen nicht kann: der reine Kapitalismus. Soweit ich weiß, war der Harvard-Ökonom Jeffrey Sachs ein großer Verfechter dieses Ansatzes ("Schocktherapie"). Die russische Wirtschaft sollte weitgehend liberalisiert werden, die großen Unternehmen sollten umgehend privatisiert werden. Zu diesem Zwecke hat er sich auch als Berater in Rußland engagiert. Er hat dann recht bald gemerkt, daß das nicht funktioniert, und daß für eine funktionierende Wirtschaft mehr Dinge notwendig sind (als kurzer Überblick: http://www.zeit.de/2003/38/Jeffrey_Sachs).
So scheint mir die Entwicklung auch bei Griechenland zu sein. Zuerst scheint man gar nicht für möglich zu halten, daß innerhalb Europas Überschuldung ein Problem sein könnte (denn dann hätten bald viele Länder ein Problem). Dann wird das Problem richtig groß, und man muß sich drum kümmern, bleibt aber dabei, daß das Land im Prinzip das Problem alleine lösen müsse. Es gäbe zwar Finanzhilfen, die müssen aber natürlich zurückgezahlt werden. Da sich aufgrund dieser Einschätzung die Finanzmärkte aber nicht beruhigen (die haben das Problem vorher auch nicht wahrhaben wollen, können jetzt aber schneller als Politiker auf Plan B umstellen), verschärft sich die Krise, und man kommt zu der Lösung, die von vornherein offensichtlich war: daß nämlich irgendwer auf Geld verzichten muß, also ein Schuldenschnitt durchgeführt wird. Unklar war bis letzte Nacht, wer auf sein Geld verzichten muß.
Vielleicht wird bald auch den zuständigen Politikern klar, daß ein zu heftiges Sparen nach der Rasenmähermethode in Griechenland nicht helfen wird, die Krise zu bewältigen, sondern daß schon genau geschaut werden muß, wo weiter Geld fließen muß, und wo heftig gespart werden (und Einnahmen erhöht werden können), und wo nicht.
Mir graut vor dem nächsten Land, das eine Lösung auf breiter europäischer Ebene erfordern wird. Noch mehr graut mir aber vor den Problemen in diesem Land, die schon vor langer Zeit hätten gelöst werden müssen, wie z.B. die Pensionszahlungen für Beamte. Da wird noch was kommen.
Damit schreibe ich jetzt endlich über ein Thema, das hier schon länger in der Schublade liegt: der Umgang mit der Schuldenkrise erinnert mich sehr an den Fall des Ostblocks Ende der 80er Jahre. Eine Entwicklung (der Zusammenbruch des Ostblocks) wird nicht wahrgenommen, weil die möglichen Folgen als zu groß und unübersichtlich angesehen werden, als daß man sich wirklich darauf vorbereiten könnte. Deswegen bereitet man sich gar nicht darauf vor.
In meinen Augen traf der Zusammenbruch des Ostblocks den Westen sehr unvorbereitet. Natürlich gab es eine Menge Leute, die gesagt haben, das kann auf Dauer nicht gutgehen, das System wird zusammenbrechen. Aber wieviele Leute haben gesagt: Das System ist so marode, daß wir uns auf seinen Zusammenbruch vorbereiten müssen, indem wir Pläne vorbereiten und Maßnahmen ergreifen. Und dafür auch Geld ausgeben. Davon habe ich wenig mitbekommen.
Als der Zusammenbruch kam, hat man überstürzt all die Pläne genommen, nach denen im Westen angeblich erfolgreich gearbeitet wurde, oder noch besser, jetzt konnte man die Pläne umsetzen, nach denen man auch im Westen arbeiten sollte, aber es aufgrund von Widerständen nicht kann: der reine Kapitalismus. Soweit ich weiß, war der Harvard-Ökonom Jeffrey Sachs ein großer Verfechter dieses Ansatzes ("Schocktherapie"). Die russische Wirtschaft sollte weitgehend liberalisiert werden, die großen Unternehmen sollten umgehend privatisiert werden. Zu diesem Zwecke hat er sich auch als Berater in Rußland engagiert. Er hat dann recht bald gemerkt, daß das nicht funktioniert, und daß für eine funktionierende Wirtschaft mehr Dinge notwendig sind (als kurzer Überblick: http://www.zeit.de/2003/38/Jeffrey_Sachs).
So scheint mir die Entwicklung auch bei Griechenland zu sein. Zuerst scheint man gar nicht für möglich zu halten, daß innerhalb Europas Überschuldung ein Problem sein könnte (denn dann hätten bald viele Länder ein Problem). Dann wird das Problem richtig groß, und man muß sich drum kümmern, bleibt aber dabei, daß das Land im Prinzip das Problem alleine lösen müsse. Es gäbe zwar Finanzhilfen, die müssen aber natürlich zurückgezahlt werden. Da sich aufgrund dieser Einschätzung die Finanzmärkte aber nicht beruhigen (die haben das Problem vorher auch nicht wahrhaben wollen, können jetzt aber schneller als Politiker auf Plan B umstellen), verschärft sich die Krise, und man kommt zu der Lösung, die von vornherein offensichtlich war: daß nämlich irgendwer auf Geld verzichten muß, also ein Schuldenschnitt durchgeführt wird. Unklar war bis letzte Nacht, wer auf sein Geld verzichten muß.
Vielleicht wird bald auch den zuständigen Politikern klar, daß ein zu heftiges Sparen nach der Rasenmähermethode in Griechenland nicht helfen wird, die Krise zu bewältigen, sondern daß schon genau geschaut werden muß, wo weiter Geld fließen muß, und wo heftig gespart werden (und Einnahmen erhöht werden können), und wo nicht.
Mir graut vor dem nächsten Land, das eine Lösung auf breiter europäischer Ebene erfordern wird. Noch mehr graut mir aber vor den Problemen in diesem Land, die schon vor langer Zeit hätten gelöst werden müssen, wie z.B. die Pensionszahlungen für Beamte. Da wird noch was kommen.
Freitag, 21. Oktober 2011
Helmpflicht für Radfahrer - Blödsinn!
Gerade hat unser Verkehrsminister wieder öffentlich über eine Helmpflicht für Radfahrer nachgedacht. Die halte ich für Unsinn, obwohl ich selbst seit geraumer Zeit mit Helm fahre, auch wenn ich mich ab und zu selbst für arg muttihaft halte. Aber ich bin so eitel zu denken, daß ich etwas zu verlieren habe, wenn ich auf den Kopf falle. Und realistisch genug, um nicht zu denken, ich könnte mich im Falle eines Falles elegant abrollen und mir nach dem Aufstehen den Straßenstaub von der Hose klopfen.
Ein paar Argumente sind in diesem Spiegel online-Artikel zu finden. Man muß aber auch den weiteren Rahmen betrachten. Genauso wie andere neue Regelungen wird die Helmpflicht kaum durchgesetzt werden (Telefonieren beim Autofahren, Rauchen auf dem Bahnsteig (ich weiß, das ist nicht Polizeiaufgabe), kaputte Beleuchtung bei Autos und Radfahrern usw.). Die Polizei kümmert sich nach meiner Beobachtungen jetzt schon nur um die Dinge, die ihnen morgens auf dem Einsatzplan als Aufgabe mitgeteilt wurden. Der einzige Vorteil wird also sein, daß die Auto-Versicherungen Geld sparen. Da Autofahrer die Hauptverursacher von tödlichen Fahrradunfällen sind, können sich die Kfz-Versicherer in Zukunft Zahlungen ersparen, genauso wie jetzt schon Zahlungen gekürzt werden, wenn ein automobiler Unfallgegner nicht angeschnallt war. Man wird dann sagen können: "Sie waren ja selbst schuld, daß Sie jetzt diese Spastiken haben, Sie hatten ja keinen Helm auf." Das Verschulden des Verursachers kann man dann schon fast unter den Tisch fallen lassen.
Das wäre in meinen Augen die einzige Folge einer Helmpflicht für Radfahrer. Ach ja, und daß weniger Leute mit dem Fahrrad fahren werden.
Ein paar Argumente sind in diesem Spiegel online-Artikel zu finden. Man muß aber auch den weiteren Rahmen betrachten. Genauso wie andere neue Regelungen wird die Helmpflicht kaum durchgesetzt werden (Telefonieren beim Autofahren, Rauchen auf dem Bahnsteig (ich weiß, das ist nicht Polizeiaufgabe), kaputte Beleuchtung bei Autos und Radfahrern usw.). Die Polizei kümmert sich nach meiner Beobachtungen jetzt schon nur um die Dinge, die ihnen morgens auf dem Einsatzplan als Aufgabe mitgeteilt wurden. Der einzige Vorteil wird also sein, daß die Auto-Versicherungen Geld sparen. Da Autofahrer die Hauptverursacher von tödlichen Fahrradunfällen sind, können sich die Kfz-Versicherer in Zukunft Zahlungen ersparen, genauso wie jetzt schon Zahlungen gekürzt werden, wenn ein automobiler Unfallgegner nicht angeschnallt war. Man wird dann sagen können: "Sie waren ja selbst schuld, daß Sie jetzt diese Spastiken haben, Sie hatten ja keinen Helm auf." Das Verschulden des Verursachers kann man dann schon fast unter den Tisch fallen lassen.
Das wäre in meinen Augen die einzige Folge einer Helmpflicht für Radfahrer. Ach ja, und daß weniger Leute mit dem Fahrrad fahren werden.
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