Montag, 8. Januar 2018

Lügenpresse?

Das ist ein Rohbau.Ich will das noch überarbeiten undzB die Verfeinerung der Sitten und der Sprache, die viele Leute überfordert (denke ich mir) einbauen. Aber lieber halbfertig raushauen als im Entwurfsordner verstauben lassen, ist das Motto für 2018.



Seit einiger Zeit geistert das Wort Lügenpresse durch die Welt. Momentan habe ich das Gefühl, dass es hinter Fakenews etwas zurücktritt, aber wenn man auf Twitter in irgendeine Diskussion zu GEZ oder Öffentlich-Rechtlichem Rundfunk gerät, findet man ihn wieder recht schnell. Der Ausdruck Lügenpresse liegt mir sehr fern, aber mir sind ein paar Dinge im Laufe der Jahre aufgefallen, die mir nicht gefallen.

Zum ersten Mal kam mir ein Gedanke, als ich meine Frau zu einer Fortbildung in Fulda begleitete. Dabei besuchten wir auch den Fuldaer Dom. Es war etwa das das Jahr 2000 oder 2001, und in einem Seitenschiff sah ich einen Altar, der noch der Erinnerung an Erzbischof Dyba gewidmet war. Es lagen dort Blumen und Briefe an ihn. Ich weiß nicht mehr, in welcher Form ich etwas von seinen Anhängern lesen konnte, ob es das Kondolenzbuch oder Briefe waren, aber mehrere Leute brachten ihre Dankbarkeit für Dybas konservative Standpunkte und seine Standhaftigkeit gegen den Zeitgeist (meine Formulierung) zum Ausdruck. Für mich als überwiegenden SPIEGEL-Leser war Dyba in erz-katholischer konservativer Schwulenfeind gewesen. Und da fiel mir zum ersten auf, dass ich die Standpunkte dieser Menschen, die dort schrieben, in meiner Medienzusammenstellung nicht wieder fand.Die kamen im SPIEGEL nicht vor, und wenn, dann eben als verknöcherter Reaktionäre von gestern (nur leicht übertriebene Wiedergabe meines Eindrucks), deren Ansichten bald verschwinden werden. Zu dem Zeitpunkt dachte ich auch etwa so, und habe diese Meinungen auch nicht gesucht, sonst hätte ich sie manchmal in den Leserbriefen an die Rheinische Post finden können.

Eine andermal (das ist etwa drei Jahre her) las ich in der ZEIT eine Reportage über eine Siedlung in Hamburg, in der nach dem Krieg gezielt Sinti und Roma (glaube ich, das Wort Zigeuner will ich gerade vermeiden) sesshaft gemacht. In dem Artikel ging es erklärtermaßen darum, dass diese Leute nicht nur nicht nur Sippenmenschen sind und ganz normale Leute wie wir alle. Im Mittelpunkt dieser Siedlung stand aber der Älteste dieser Sippe, der sich sehr bemühte, alles über die anderen Mitglieder zu wissen. Das war nicht patenmäßig, stand aber doch im Gegensatz zu dem Vorsatz des Artikels, die Normalität dieser Leute zu beschreiben. Zumindest kam es mir so vor.

Dass viele Journalisten sich selbst eher links sehen und sehr viel stärker den Grünen zuneigen, als der Gesamtbevölkerung entspricht, las ich neulich wieder in einem Tweet, den ich gerade nicht finde.

Ganz grob gesagt noch eine Beobachtung: Ich habe seit Ewigkeiten keine Forderung nach der Wiedereinführung der Todesstrafe in einem Kommentar eines wesentlichen Mediums mitbekommen. Die will ich auch keineswegs haben, aber der Wunsch danach ist bei einem Teil der Beölkerung vorhanden (dafür muss ich noch eine Quelle suchen, das wäre unredlich, diese Behauptung ohne eine ungefähre Größe oder durch Befragung abgesicherte Zahl aufzustellen). Die werden also auch nicht repräsentiert.

Seit 2001 sind nun zwei Dinge passiert. Durch Rot-Grün wurden einige eitere linke Vorhaben umgesetzt, die den Konservativen, Traditionalisten und Reaktionären im Land nicht gefallen haben (Andreas Rödder sagt Gutes zu dieser Dreiteilung). Gleichzeitig ist durch das Internet, vor allem durch Facebook ein Medium entstanden, in dem sich die Leute, die sich stimmlos fühlen, treffen können, und zwar mit mehr Multiplikationswirkung als nur in der Dorfkneipe am Stammtisch. Und jetzt sind einige Leute überrascht, dass diese nicht so Fortschrittlichen noch da sind und sich nicht einfach aufgelöst haben.

Vor einiger Zeit ist mir eine Idee gekommen, die ein Indiz für die Entfremdung der Medien von einem Teil ihres Publikums sein könnte: die Begeisterung für Harald Schmidt. Ich bin ein großer Fan und Bewunderer, habe aber seit längerem schon an seinen Darbietungen etwas auszusetzen. Sie wirkten bequem. Der einzige Journalist aber, der ihn kritisierte, war Stefan Niggemeier. Der auch Fan war, aber auch unzufrieden. Die Einschaltquoten von Harald Schmidt waren aber immer schon sehr  schlecht, das war eine ziemliche Elitenveranstaltung. Aber die meisten Fernsehjournalisten haben noch jeden Auftritt von Schmidt bejubelt.


Samstag, 6. Januar 2018

Fehlende Erfüllung der Jugend, und ein bisschen "die 68er"

Update: Kurze Erklärung, warum ich mich nur mit Mädchengekreische befasse, s.u. bei Update

Neben verschiedenen großen Themen, zu denen ich etwas schreiben (nationale Identität, das Nichtsehenwollen von Problemen, Veränderungen der Gesellschaft durch Einwanderung...) will, aber drohe mich zu verzetteln, fiel mir heute das legendäre Fallrückzieher-Tor von Zlatan Ibrahimovic ein, das ich schon lange einmal ausgiebig preisen will.

Aber da las ich einen Facebookeintrag von Cordt Schnibben, den er wohl als Bodycheck gegen Alexander Dobrindts Forderung nach einer "konservativen Revolution" geschrieben hat. Auf den Artikel aus der FAZ von 1965, der in Schnibbens Küche hängt, will ich gar nicht länger eingehen (auch wenn es faszinierend ist, immer wieder auf andere Zeiten gestoßen zu werden, in denen etwas als beinahe abartig angesehen wird, was uns heute selbstverständlich und normal erscheint), aber ich habe einen Gedanken darin gefunden, der mir auch schon vor längerer Zeit kam, und den ich gerne darstellen will.
Vor einiger Zeit las ich, dass der Schauspieler Rudolfo Valentino zu Lebzeiten hefige Verehrung von seinen Fans erfuhr, die an die Kreischattacken bei den Beatles, Backstreet Boys oder bei Valentinos Tod and die Verzweiflung bei der Auflösung von Take That heranreichte. Da mir so ein Verhalten aus dem näheren Umfeld ziemlich fremd war (ich kannte keine Mädchen, die ganz heftige Fans einer Band oder eines Schauspielers waren, und wenn, dann hätten die mich nicht interessiert) habe ich mich immer schon gefragt, woher so etwas kommt, dieser Drang, sein Seelenheil von vollkommen Fremden und ziemlich unerreichbaren Fremden abhängig zu machen. Und vor einigen Jahren kam mir der gleiche Gedanke wie dem am Rande stehenden jungen Mann, der im Artikel erwähnt wird und das Gekreische der Fans so erklärt, dass sie nichts anderes im Leben haben.Natürlich fehlt etwas anderes als das, was der konservative Autor des Artikels meint (Glaube, Vaterland, Pflichtgefühl, denke ich). Ich möchte das Wort "erfüllend" benutzen, etwas, das den leeren Raum in uns füllt, wenn es uns guzt genug geht, um uns nicht um die bloße Erhaltung der Existenz kümmern zu müssen. Ein Mädchen, dass ein Hobby hat, im Verein Sport macht, oder in der Kirchengemeinde mitmacht (kann auch irgendetwas von der Gewerkschaft sein, nur kenne ich mich damit nicht aus) und daran Freude hat, das nicht nur mitmacht, weil es sonst alleine wäre, das kann auch heftig für einen Star schwärmen, aber es wird nicht so hemmungslos kreischen, nur wenn sie mal einen Blick aus der Nähe auf ihn werfen kann. Im Fernsehen habe ich schon öfter Menschen gesehen, die sich sehr gefreut haben, als sie erfuhren, dass sie ihren Star treffen können. Aber es ist ein Unterschied sichtbar, wenn sich jemand sehr freut, weil ein Wunsch erfüllt wird - oder ob mit diesem Treffen eine Heilserwartung verbunden wird, dem Leben einen Sinn zu geben, also es zu erfüllen. Diese Leere kann auch mal nur vorübergehend sein, aber ich denke, dass das so ist.

Diese Ansicht ist bestimmt nicht originell, aber ich habe den Eindruck, dass sie für viele Leute, die ich auf Twitter treffe, schon zu konservativ ist. Außerdem geht es mir eher darum, Gedanken loszuwerden und Schreibübungen zu machen, etwas loszuwerden, was schon lange in mir liegt. Deswegen noch ein Gedanke hinterher.

Update: Vielleicht kommt es jemandem komisch vor, warum ich mich bei fehlender Erfüllung nur mit jungen Mädchen befasse und nicht mit Jungen oder jungen Männern. Nun, das Phänomen, das ich meine, habe ich nur bei Mädchen beobachtet. Jungen kreischen nicht vor Extase und werden ohnmächtig. Mir fällt kein typisches Beispiel ein, wie Jungen reagieren, wenn sie keine Erfüllung in ihrem Leben haben, und es ging nun mal um diesen speziellen Anlass.

Es geht auch um "die 68er" bei Cordt Schnibben und auch in diesem Jahr.. https://twitter.com/Peter_Ahrens/status/947825560331407361

 1968 sind viele Dinge zum Ausbruch gekommen, die sich schon vorher in der Gesellschaft anbahnten, aber dann mit Wucht auftraten. Sich deswegen zu "den 68ern" zu äußern (die auch nur eine Minderheit waren, wenn man sich zB die Hitparade anschaut) erfordert wohl mehr Wissen als ich habe. Aber einen Gedanken will ich doch loswerden. Die 68er haben mit ihrem Kampf gegen Spießigkeit, gegen Regeln als Unterdrückungsinstrument jedem Egoisten und jedem Faulpelz eine Entschuldigung an die Hand gegeben, sich als Rebell zu fühlen und den Regelverstoß sexy gemacht. Das kreide ich ihnen an, genauso wie die Linken (jo, das ist gerade ein fauler Gedankensprung) mit ihrem Zweifel an der Wahrheit denjenigen in die Hände gespielt haben, die sich Rechtfertigungen für ihre Kriege durch irgendwelche Geheimdienstberichte oder Gutachten bereitstellen lassen. Letztendlich hat das auch mit Fakenews zu tun. Wenn sich der Wunsch nach einer besseren Welt mit Bequemlichkeit koppeln lässt, kommt recht schnell das Gegenteil dabei heraus.

https://www.facebook.com/cordt.schnibben/posts/1084516958354598

Mittwoch, 3. Januar 2018

Ein weiterer Schritt

Ich will ja mehr schreiben. Das will ich aber schon seit langem, aber ich habe es nicht hingekriegt. Das heißt, ich muss mich erstmal wieder warmlaufen. Hemmungen ablegen, irgendetwas schreiben. Erst schreiben, dann verbessern. Ich kann mich nicht entscheiden zwischen den Themen, die ich bearbeiten will. Aber ich will sie natürlich so gut bearbeiten, dass sie lesenswert sind. Das bedeutet aber längeres Nachdenken über ein Thema (ist schon schwierig), aber vor allem längeres Nichtnachdenken über andere Themen, die mir genauso wichtig sind.

Ich habe neue Bestätigung bekommen, den Homo Oeconomicus zu betrachten. Aber auch mich über Kinderserien auszulassen, in denen sich Menschen anders benehmen als im echten Leben. Und mit der Idee, dass mit "Greg's Tagebuch"dieses seltsame Benehmen zum ersten Mal in einem Buch umgesetzt wurde. Ganz tiefschürfend und ernst möchte ich darüber schreiben, das man in Deutschland Angst vor der Realität hat, und sich bestimmte Gedanken einfach verbietet, weil sie einem das mühselig erarbeitete, harmlose Weltbild kaputtmachen, wo auf einmal wieder Strenge und Autorität drin vorkommen. Dazu habe ich auch einen Link zur Hand, damit hier wenigstens etwas lesenswert wird: https://bazonline.ch/schweiz/standard/unsere-politik-ist-oberflaechlich-und-dumm/story/10516475

Ich hoffe, in den nächsten Tagen ein Ergebnis kreativer Tätigkeit vorzeigen zu können: ein Gehäuse für den Raspberry Pi, den ich zu Weihnachten bekommen habe. Wenn es klappt, gibt es sogar ein Foto.

Montag, 1. Januar 2018

2018 - Was wird kommen?

Es ist Neujahr 2018. Ich komme gerade allein von der Silvesterfeier zurück. Die Frau und die Kinder sind noch bei der Schwägerin, aber ich gegen Mittag fahre ich auch wieder dort hin.

Will ich einen Rückblick auf 2017 halten? Ich will noch nicht zu viel von mir erzählen, aber schon mal so viel, dass ich jetzt weiß, dass ich auf meine seelische Gesundheit achten muss, so wie Diabetiker auf ihren Insulinspiegel achten müssen. Das passt mir aber noch nicht, ich will das noch nicht einsehen.

Was ich jetzt aber auch weiß ist, dass ich ein kreativer Mensch bin. Vielleicht gar nicht mehr als andere, aber auf jeden Fall mehr als bisher. Das muss ich rauslassen. Gestern Nacht habe ich überlegt, ob ich einen Vorsatz für 2018 fassen will. Zuerst fiel mir keiner ein, außerdem ist ein Vorsatz wie ein Versprechen, und bei denen will ich immer nur das Versprechen geben, das ich auch halten kann. Aber dann fiel mir ein Vorsatz ein: Ich will kreativer sein. Ich will meine Ideen, die ich im Kopf habe, häufiger umsetzen. In irgendeiner Form. Mehr basteln, mehr malen, mehr schreiben, mehr Musik machen, irgendetwas, was mit Umsetzung zu tun hat. Ich muss in die Gänge kommen und nicht alles abwerten, was vielleicht nicht so gut gelingt, wie es in meinem Kopf aussah.

Unter anderem will ich auch mehr schreiben und dieses Blog befüllen. Mein Schreibstil gefällt mir selbst nicht, aber das soll mir anfangs egal sein. Ich schreibe hier für mich, wenn es anderen gefällt, ist das wunderbar, aber wenn es niemandem gefällt, dann erfüllt das Schreiben trotzdem seinen Zweck.

Das ist der einzige Vorsatz für 2018. Dass ich noch mehr Vorsätze habe, die ich aber für mich behalte, ist davon unbenommen. Mal schauen.

Sonntag, 17. April 2016

Sharing Economy - von der Verlustminimierung zur Gewinnmaximierung

Dies ist bisher ein Entwurf. Andere Leute lassen solche Texte im Entwurfsordner, bis sie fertig sind. Bei mir sind da aber schon zu viele Texte, deswegen versuche ich das jetzt mal anders.

Zur Sharing Economy müsste ja längst alles gesagt sein, so sehr beschäftigt man sich mit ihr. Ist gut, momentan ein bisschen weniger, da stehen andere Themen an, aber Uber und AirBnB finden doch noch regelmäßig Erwähnung als Beispiel für dieses neue Geschäftsmodell.

Bei all dem Für und Wieder habe ich bisher aber eine Betrachtung noch nicht gefunden, die in meinen Augen wesentlich dafür ist, ob man die Sharing Economy als etwas Gutes oder etwas Schlechtes betrachtet werden soll. Geht es um Verlustminimierung oder um Gewinnmaximierung?

Als ich zuerst von AirBnB las, ging es (meiner Wahrnehmung nach) darum, die eigene Wohnung zu vermieten, die man für einen bestimmten Zeitraum nicht selbst nutzen kann. Weil man z.B. gerade ein Auslandssemester hat, ein Praktikum in einer anderen Stadt absolviert oder eine längere Reise machen will. Ein anderes Beispiel für Sharing Economy war dann das Teilen eines Autos, was überwiegend herumsteht, auf das man aber nicht verzichten will, oder die Nutzung eines Werkzeugs, das für eine seltene Nutzung nicht zu kaufen lohnt, wie z.B. ein Bohrhammer. Die Plattformen, auf denen dieser Austausch stattfanden, standen nicht so sehr im Vordergrund. Bei den genannten Vorgängen wäre das Ziel gewesen, ohnehin anfallende Kosten zu verringern, indem eine Nutzung einer vorhandenen Sache verbessert, intensiviert werden würde. Dafür würden aber auch keinerlei Investitionen anfallen. Auch, dass bei diesen Transaktionen etwas schief gehen könnte (Diebstahl Zerstörung der Einrichtung), wurde nicht gedacht, weil Anbieter und Nutzer Geistesverwandte sein würden, bei denen so etwas aus Rücksichtnahme nicht passieren würde oder freundschaftlich geregelt werden würde. Das war der blauäugige Teil, der mich von Anfang an störte, BTW.

Mit Uber änderte sich das schnell, weil hier das Unternehmen und seine Gründer stärker in Erscheinung traten, und es schnell darum ging, keinen neuen Markt in einer Nische zu schaffen, sondern bestehende Märkte (Taxis) anzugreifen und einen großen Anteil von deren Umsatz abzugreifen, indem ein flexibleres und billigeres Geschäftsmodell etabliert wird. Bei AirBnb ist es mittlerweile ähnlich, es geht nicht mehr darum, vorübergehend ungenutzten Wohnraum zu vermarkten, sondern den Hotels und Pensionen Konkurrenz zu machen. Mittlerweile werden Wohnungen eingerichtet, die gar keinen regulären Bewohner haben, sondern nur zur Vermietung an Touristen oder andere Reisende gedacht sind. Uber-Fahrer zu sein wird als Hauptverdienstmöglichkeit gedacht.

Beim Übergang vom Bekanntwerden einer Idee hin zur Entwicklung eines riesigen Hypes ging die Differenzierung und die Zurückhaltung mancher natürlich  Medienleute flöten. Manche schrieben die Sharing Economy zum neuen Paradigma hoch, das bald überall gelten würde. Die neue Flexiblität und die geringen Kosten von Uber wurden gelobt, ohne zu beachten, dass dies einfach durch Nichtbeachten von bestehenden Vorschriften (Beförderungsbedingungen für Taxis, Steuern) erreicht wurde, bei AirBnb ist es ähnlich, fiel mir aber nicht so stark auf, weil die Aufmerksamkeit mehr auf Uber gerichtet war.

Diese Unterscheidung der Zielsetzung - Verlustminimierung zur Gewinnmaximierung - liegt doch nun auf der Hand. Der erste Fall ist für die immer noch von der New Economy geprägten Denker unattraktiv, die alles unterhalb eines Google oder Facebook als unwichtig anehen. Das Marktvolumen ist begrenzt, weil nur Bestehendes genutzt wird, nach einer relativ kurzen Zeit tritt Marktsättigung und Konsolidierung ein, Skalierungseffekte treten nicht mehr auf. Ein Beispiel für diesen Verlauf ist ebay. Ein durchschlagender Erfolg, der anfangs überwiegend das verkaufte, was die Nutzer  ohnehin schon im Haushalt/Bestand hatte, und schnell zur einzigen nennenswerten Versteigerungsplattform im Netz wurde.  Als aber die Marktdurchdringung hergestellt war, hätte es nicht mehr viel zu tun gegeben, außer die Verkaufsregeln durchzusetzen. Dafür hätte es auch Personal benötigt, das Beschwerden bearbeiten kann und Verstöße gegen die Regeln ahndet. Das hätte die Kosten nach oben getrieben und die Rendite-hungrigen Investoren vertrieben. Deswegen wurde die Aufmerksamkeit auf Neuwaren gerichtet und ebay als Konkurrenz zum etablierten Handel, sowohl stationär als auch online ausgerichtet. Die letzte Erwähnung von ebay in den Wirtschaftsnachrichten ist schon länger her. Die Idee ist immer noch gut, aber die Wachstumsmöglichkeiten anscheinend schwierig zu finden.


Donnerstag, 31. März 2016

Wer ist Shep Gordon?

Ich schaue gerade eine Doku von Mike Myers über einen Musikmanager, Shep Gordon. Angefangen hat er als Manager von Alice Cooper, in einer Art und Weise, die sich durch sein ganzes Leben fortsetzt.

Dieser Mann ist faszinierend. In mehrfacher Hinsicht. Zum einen trifft man auf unzählige Promis, mit denen dieser Mann beruflich und privat zu tun hatte. Es geht schon direkt am Anfang los: wer alles ein paar warme, nein warmherzige Worte über ihn sagt ist faszinierend. Dann redet er offen über seine Wege, Publicity für seinen Künstler zu erzeugen, hauptsächlich durch Erzeugen von kleinen Skandalen. Aber wirklich faszinierend ist er wegen seiner Menschlichkeit. Er vertraut seinen Musikern, ist für sie da, nimmt mit ihnen Unmengen von Drogen und genießt das schöne Leben mit ihnen, hat unglaublichen Erfolg bei den Frauen, ist dabei aber nicht gierig, sondern sagt von sich, dass er versucht, sich in seinen Geschäft von Mitgefühl leiten zu lassen. Er möchte, dass ein Gefallen, den jemand tut, also eine Nettigkeit, zu der der andere nicht gezwungen ist, auch belohnt wird. Dieser Anstand scheint sich fortzusetzen.

Faszinierend ist aber auch seine Resilienz. Alan Shep hat (außer seiner Mutter) keine Schicksalsschläge erleiden müssen, jedenfalls wird nichts davon erzählt, aber er hat über viele Jahre anscheinend Drogen und Alkohol in einer Weise konsumiert, die gefährlich ist. Und eines Tages merkt er, dass etwas in seinem Leben fehlt und gibt seinem Leben eine  neue Richtung - ohne zumindest dem Alkohol (man sieht in mit Sekt) und dem Kiffen (Willie Nelson sagt so etwas am Anfang) ganz abzuschwören.

Im letzten Drittel fällt der Film etwas ab. Der Dalai Lama kommt ins Spiel, der Kampf für eine bessere Bezahlung von Chefköchen ist nicht unberechtigt, aber vielleicht doch keine zweite Bürgerrechtsbewegung. Etwas enttäuscht bin ich davon, dass kaum Konflikte geschildert werden. Zweimal streitet er sich mit Teddy Pendergast, einmal verhandelt er hart mit Mike Myers, aber es wird bestimmt viele Momente gegeben haben, wo andere Menschen auf Teil ihres Gewinns, den sie bisher durch ihre gute Position einstecken konnten, nur deswegen verzichtet haben, weil Shep Gordon so ein netter Mensch ist. Ich kann es mir nicht vorstellen, weil andere Geschichten aus dem Showbusiness belegen, wieviele miese Typen dort unterwegs sind. Und ziemlich zu Anfang sagt Michael Douglas, dass Shep Gordon echtes Mitgefühl hat, aber auch ein echter Motherfucker sein kann. Dafür gibt es zu wenig Beispiele. Dabei interessiert mich das besonders: Seine Forderungen durchsetzen und nicht verzichten, aber dabei anständig bleiben. Zu viele Menschen scheitern an einem von beiden..

Wunderschön. Ein Dank an @dornenboy, der diese Doku empfohlen hat.

In der ARD Mediathek ist dieser Film nicht mehr zu finden. Auf Youtube habe ich aber den Film im Originl gefunden. https://www.youtube.com/watch?v=W7NzFNz4cDk

Freitag, 10. Oktober 2014

Physikrätsel - Kreisel, Schwungrad, Segway, Steampunk

Ich habe eine Idee. Die Idee gefällt mir gut, aber ich habe gemerkt, dass ich diese bestimmt nicht selbst umsetzen werde. Aber es würde mich interessieren, ob diese Idee überhaupt umsetzbar ist Dazu reichen aber meine Physikkenntnisse, was die Berechnung von Kreiselkräften angeht, einfach nicht aus. Deswegen würde es mich freuen, wenn fähige Menschen sich diese Idee anschauen würden und mir sagen könnten, in welchen Größen die Sache realisierbar wäre.


Ich habe eine Idee für ein Fahrzeug. Es geht um einen "mechanischen Segway".

Der Segway soll nicht durch elektronische Steuerung der Räder, sondern durch ein Schwungrad unter der Standfläche stablisiert werden. Eine ausreichende Rotationsgeschwindigkeit vorausgesetzt könnte man sich auf die Trittfläche stellen und das Gleichgewicht halten. Neigt man sich etwas nach vorne, bewegt sich das Fahrzeug langsam nach vorne (oder nach hinten?). Bremst man eines der Räder, kann man die Richtung ändern. Stimmen meine Annahmen, oder verhält sich das Fahrzeug anders?

Die Größenangaben, die ich mache, sind vage, weil ich bestimmte Parameter ja nicht einschätzen kann, aber auch an die Handhabung denke. Das Fahrzeug sollte eine Grundfläche von nicht mehr als 80x80 cm haben, das ganze Fahrzeug sollte ohne Rückenschaden aus einem Auto heraus geholt werden können. Es sollte nicht mehr als 50 kg wiegen, wieviel bleibt dann für das Schwungrad? 10 kg? Ist ja auch eine Konstruktionsfrage, gebe ich zu. Im Durchmesser blieben aber etwa 50 cm für das Schwungrad übrig. Welche Drehzahl bräuchte ich, um einen 100 kg schweren Menschen zu stabilisieren?

Besonders faszinierend wäre es natürlich, wenn es möglich wäre, das Schwungrad durch Muskelkraft auf die nötige Drehzahl zu bringen. Wenn man etwa drei 7-Gangnabenschaltungen hintereinander schalten würde, könnte eine ausreichende Übersetzung geschaffen werden. Wäre die Reibung dann zu groß?

Vielleicht fragt sich jemand nach dem Sinn der Sache. Nun, einfach Neugier,, die Freude an Mechanik, aber auch die Vorstellung, dass jemand in Frack und Zylinder mit Schweißerbrille auf einer Steampunk-Veranstaltung dieses Fahrzeug benutzt. Oder es im Auftrag der Didaktik an irgendwelchen Veranstaltungen gezeigt wird.

Über Rückmeldungen würde ich mich freuen.