Aber so was ähnliches ist gestern schon passiert. Ich wußte gar nicht, daß Larry Page in Wahrheit die schlanke Hälfte (David Walliams) von Little Britain ist.
Textrohbauten und nicht zu Ende Gedachtes. Auf Anfrage liefere ich gerne nach.
Mittwoch, 6. April 2011
Doppelgänger überall
Gerade schaue ich bei SPIEGEL Online SPAM nach Neuigkeiten, da stolpere ich über den jungen Helmut Kohl. Was hatte der denn mal mit Schalke 04 zu tun? und warum ist das Bild in Farbe?
Sonntag, 20. März 2011
Justiz in Deutschland
Eines meiner Lieblingsblogs ist das lawblog des Düsseldorfer Rechtsanwalts Udo Vetter. Da erfährt man immer wieder wissenswertes, es ist unterhaltsam geschrieben, und manchmal regt er sich auch stark auf, weil ihm eine Entwicklung echte Sorge bereitet.
Jedenfalls habe ich kürzlich den Blogeintrag "Nebenkachelmann" bei Udo Vetter gefunden und gelesen. Ein Artikel der NOZ ergänzt den Blogeintrag. Vielleicht geht das für Nichtjuristen ein wenig unter, was die Richter sich da zusammengereimt haben. Angesichts bisheriger Fälle muß man nämlich auch Unwahrscheinliches für möglich halten, wenn einem ein Fehlurteil nicht vollkommen egal. Eine solche Geschichte stand vor einigen Jahren in der ZEIT. Und wenn man so etwas liest, dann ist man in seinen Grundfesten erschüttert, und danach möchte man das Urteil und die Begründung der Richter in die Ausgabe einer besonders dicken ZEIT stecken und dem ganzen Gericht um die Ohren hauen.
Jedenfalls habe ich kürzlich den Blogeintrag "Nebenkachelmann" bei Udo Vetter gefunden und gelesen. Ein Artikel der NOZ ergänzt den Blogeintrag. Vielleicht geht das für Nichtjuristen ein wenig unter, was die Richter sich da zusammengereimt haben. Angesichts bisheriger Fälle muß man nämlich auch Unwahrscheinliches für möglich halten, wenn einem ein Fehlurteil nicht vollkommen egal. Eine solche Geschichte stand vor einigen Jahren in der ZEIT. Und wenn man so etwas liest, dann ist man in seinen Grundfesten erschüttert, und danach möchte man das Urteil und die Begründung der Richter in die Ausgabe einer besonders dicken ZEIT stecken und dem ganzen Gericht um die Ohren hauen.
Freitag, 18. März 2011
Erweitert das Internet nur die Ignoranz?
Auf Spiegel Online ist ein Artikel zu finden, in dem ein paar Beispiele gezeigt werden, wie Menschen unangemessen auf die Dreifach-Katastrophe in Japan reagieren. Eine Studentin regt sich über die "ganzen Japaner auf, die nur wegen dieses Tsunami-Dings ihre Angehörigen anrufen wollen", obwohl sie lernen müsse. Andere Amerikaner verweigern mit Bezug auf Pearl Harbour jedwedes Mitgefühl gegenüber den Opfern (das hatte ich schon vorher mitbekomme, weil ich bei Twitter ein Follower von Anke Groener bin).
Nun, diese Meldung läßt über vieles nachdenken, zum Beispiel den Mangel an Empathie bei einigen dieser Menschen (hier eine Meldung, daß die Empathiefähigkeit bei jungen Menschen angeblich stark zurückgeht). Oder daß Empathie möglicherweise bei einigen Menschen auf die Gruppe beschränkt ist, der man selbst angehört.
In dem SpOn-Artikel wird aber auf etwas anderes verwiesen, das recht interessant ist. Einer der zitierten Menschen, Keith, sagt auf seiner Homepage: "Ich diskutiere nicht, ich sage meine Meinung." Zwei polnische Forscher haben im Jahr 2010 eine Debatte in einem Forum untersucht und kamen zu dem Schluß: "Die untersuchten Debatten führen überhaupt nicht zu einer Konsensbildung. Wenn überhaupt, führt der Austausch zu einer wachsenden Kluft zwischen den Teilnehmern."
SpOn sieht damit die Lage im digitalen Dorf, also in der Provinz, im Gegensatz zur digitalen Großstadt (wo soll die liegen?) beschrieben. Aber ich würde das nicht so sehr auf die virtuelle Landschaft beziehen. Ich denke z.B. nicht, daß sich die Fans und die Gegner von Karl-Theodor zu Guttenberg bei den "Demonstrationen" sonderlich ausgetauscht haben, sondern lediglich sich gegenseitig ihre Positionen oder Slogans vorgehalten haben. Im echten Leben ist es also auch nicht besser.
Interessanter ist deshalb die Frage, ob diese Ignoranz vielleicht gar nichts mit dem Internet zu tun hat, sondern Ausdruck einer menschlichen Haltung ist, die stärker wird, und auch offensiver als früher vertreten wird. Daß man sich selbst der Nächste ist.
Nun, diese Meldung läßt über vieles nachdenken, zum Beispiel den Mangel an Empathie bei einigen dieser Menschen (hier eine Meldung, daß die Empathiefähigkeit bei jungen Menschen angeblich stark zurückgeht). Oder daß Empathie möglicherweise bei einigen Menschen auf die Gruppe beschränkt ist, der man selbst angehört.
In dem SpOn-Artikel wird aber auf etwas anderes verwiesen, das recht interessant ist. Einer der zitierten Menschen, Keith, sagt auf seiner Homepage: "Ich diskutiere nicht, ich sage meine Meinung." Zwei polnische Forscher haben im Jahr 2010 eine Debatte in einem Forum untersucht und kamen zu dem Schluß: "Die untersuchten Debatten führen überhaupt nicht zu einer Konsensbildung. Wenn überhaupt, führt der Austausch zu einer wachsenden Kluft zwischen den Teilnehmern."
SpOn sieht damit die Lage im digitalen Dorf, also in der Provinz, im Gegensatz zur digitalen Großstadt (wo soll die liegen?) beschrieben. Aber ich würde das nicht so sehr auf die virtuelle Landschaft beziehen. Ich denke z.B. nicht, daß sich die Fans und die Gegner von Karl-Theodor zu Guttenberg bei den "Demonstrationen" sonderlich ausgetauscht haben, sondern lediglich sich gegenseitig ihre Positionen oder Slogans vorgehalten haben. Im echten Leben ist es also auch nicht besser.
Interessanter ist deshalb die Frage, ob diese Ignoranz vielleicht gar nichts mit dem Internet zu tun hat, sondern Ausdruck einer menschlichen Haltung ist, die stärker wird, und auch offensiver als früher vertreten wird. Daß man sich selbst der Nächste ist.
Donnerstag, 17. März 2011
Humor - aber bitte nur der beste!
In diesem Haushalt wird ja nur auf allerhöchstem Niveau gelacht. Wer hier bei Mario Barth mit den Mundwinkeln zuckt, der kriegt Schläge mit dem Stock, das nächste Mal muß er in den See. Aber bei diesem Clip von Family Guy muß ich auch immer wieder lachen.
(Auf Deutsch ist der leider nur in schlechter Qualität zu finden. Peter hat ein Brechmittel in der Apotheke gekauft. Wer zuletzt kotzt, darf das letzte Stück Kuchen essen)
(Auf Deutsch ist der leider nur in schlechter Qualität zu finden. Peter hat ein Brechmittel in der Apotheke gekauft. Wer zuletzt kotzt, darf das letzte Stück Kuchen essen)
Freitag, 11. März 2011
Da hat sogar das Versagen nicht geklappt
Bisher fand ich, daß Horst Seehofer (CSU), Wilfried Scharnagel (ehem. Chefredakteur des Bayernkurier) und Wolfgang Bosbach (CDU) die peinlichsten Verteidigungen für Karl-Theodor zu Guttenberg im Fernsehen von sich gegeben haben, die ich mitbekommen habe. Weniger prominente Fans hatten zwar auch teilweise schmerzhafte Ansichten, aber sie kamen nicht an das heran, was ich von diesen Herrschaften in Talkshows zu hören bekam. Gedruckt habe ich nur wenig Verteidigungsartikel für zu Guttenberg gelesen, am peinlichsten war der von F.J. Wagner in der BILD-Zeitung, genauso peinlich, trotz geringerer Prominenz, die fast komplette Übernahme dieses Wagner-Textes durch den Redakteur des hiesigen Anzeigenblattes. Ansonsten ist mir da nichts weiteres im Gedächtnis geblieben.
Nun lese ich aber im Focus, daß sich auch der Schriftsteller Martin Walser auf die Seite von KTG stellt, und hauptsächlich eine Kampagne der SPD als verantwortlich für den Rücktritt sieht. Er sieht keinen Unterschied im Plagiat der Doktorarbeit zum Versuch des Abschreibens in seiner (Walsers) Abiturprüfung, der dann sogar kläglich scheiterte, ohne erwischt zu werden. Bestanden hat er trotzdem. Da hat also noch nicht mal das Versagen geklappt.
Wer das nachlesen will:
http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-10-2011-fuer-walser-ist-guttenbergs-ruecktritt-ein-sieg-der-moral-im-namen-und-zu-gunsten-der-spd_aid_605433.html
Eine entsprechende Antwort auf Herrn Walser habe ich auch gefunden.
http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/bewaehrungsprobe_nicht_bestanden_1.9845808.html
Nun lese ich aber im Focus, daß sich auch der Schriftsteller Martin Walser auf die Seite von KTG stellt, und hauptsächlich eine Kampagne der SPD als verantwortlich für den Rücktritt sieht. Er sieht keinen Unterschied im Plagiat der Doktorarbeit zum Versuch des Abschreibens in seiner (Walsers) Abiturprüfung, der dann sogar kläglich scheiterte, ohne erwischt zu werden. Bestanden hat er trotzdem. Da hat also noch nicht mal das Versagen geklappt.
Wer das nachlesen will:
http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-10-2011-fuer-walser-ist-guttenbergs-ruecktritt-ein-sieg-der-moral-im-namen-und-zu-gunsten-der-spd_aid_605433.html
Eine entsprechende Antwort auf Herrn Walser habe ich auch gefunden.
http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/bewaehrungsprobe_nicht_bestanden_1.9845808.html
Dienstag, 8. März 2011
Gestern Abend im Verkaufsfernsehen
Wenn nicht gerade was Fesselndes auf arte oder Phoenix (oder irgendwas mit Flugzeugträgern auf N24) läuft, dann wird in diesem Haushalt vor dem Ausschalten immer wieder mal gezappt. Von vorn bis hinten, kein Sender wird von vornherein verdammt, auch das Verkaufsfernsehen ist in unserer Senderliste enthalten. Das hat zum einen den Grund, daß ein Familienmitglied in der Examensphase gerne Verkaufsfernsehen zur Entspannung schaute, und zum anderen, daß eine der besten Seite, die ich in der Frühphase des Internets - halt, genauer gesagt, des WWW, denn damals war das WWW noch brandneu und auch Gopher noch eine junge Errungenschaft, und wer von zu Hause über den Uni-Zugang ins Internet wollte, der mußte sich um die Winsock-Einstellugen unter Windows 3.1 kümmern - fand, die Seite eines Studenten aus Düsseldorf war, der auch gerne Verkaufsfernsehen schaute und höchst vergnüglich darüber schreiben konnte. Dieser junge Mann schreibt heute für die Seite Schandmännchen.
Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, gestern nach 23.00 Uhr wurden auch die Verkaufssender gestreift, als mir das angepriesene Produkt auffiel und ich kurz bei Channel21 verweilte.
Worüber unterhalten sich diese beiden Frauen?
Oh, Entschuldigung, die Bildqualität ist zu schlecht.
Ja, man erkennt schon etwas, aber um es nicht zu einfach zu machen, habe ich etwas im rechten Bildteil herumgemalt.Aber wie dort angegeben, braucht das Gerät zwei Batterien und es macht "bbrrrrr".
Genau, ein Elektrogerät für den weiblichen Intimbereich.
Und es heißt "Vibrasseur". Es gibt auch Zubehör, oder besser gesagt, Ergänzungsmittel.
Ich habe nicht mehr genau im Gedächtnis, was gesagt wurde, aber die Qualität des Produktes und vor allem der Geschmack wurde immer wieder gelobt. Wirklich, eine der beiden Damen war so angetan vom Geschmack, ich glaube, nächstes Jahr gibt es eine Edition mit Vitamin C und ungesättigten Omega3-Fettsäuren. Im Gedächtnis blieb mir auch, daß der Geschmack und die Nützlichkeit beim Oralverkehr hervorgehoben wurden. Gleitcreme beim Oralverkehr? Hmm, ich glaube ich bin sexuell uninformiert.
Schauen wir noch kurz zum Preisvergleich bei einem bekannten Drogisten vorbei. 20 Euro für 100 ml? So was Edles hat Schlecker nicht im Sortiment, selbst in kleinerer Abpackung (das ist immer teuerer!) wird der Preis pro ml nicht erreicht. Aber Gleitmittel mit Geschmack haben die auch: "Joydivision. Gleitgel mit Banane-Geschmack". Banane, dieser Geschmack, äh, das ist jetzt nicht so aufregend und exotisch wie Lychee oder Papaya, andererseits, nun, naheliegender?
Vielleicht gibt es bald auch noch eine aufregende Schwester des frechen Vibrasseur: die Vibrasseusse, falls die Kundin es mal aufregend anders und ohne Tabus...
Ich bin nicht mehr lange genug drangeblieben, um noch mitzubekommen, ob, wie in der Küchenshow auch, zufriedene Kundinnen, die das Produkt schon bestellt haben, ihre Erfahrungen mit den übrigen Zuschauern teilen konnten. Aber wenn Sie das selbst herausfinden oder sich einfach mal nur informieren wollen, dann suchen Sie bei Channel21 nach der Sendung "Prickelnde Momente".
Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, gestern nach 23.00 Uhr wurden auch die Verkaufssender gestreift, als mir das angepriesene Produkt auffiel und ich kurz bei Channel21 verweilte.
Worüber unterhalten sich diese beiden Frauen?
Oh, Entschuldigung, die Bildqualität ist zu schlecht.
Ja, man erkennt schon etwas, aber um es nicht zu einfach zu machen, habe ich etwas im rechten Bildteil herumgemalt.Aber wie dort angegeben, braucht das Gerät zwei Batterien und es macht "bbrrrrr".
Genau, ein Elektrogerät für den weiblichen Intimbereich.
Und es heißt "Vibrasseur". Es gibt auch Zubehör, oder besser gesagt, Ergänzungsmittel.
Ich habe nicht mehr genau im Gedächtnis, was gesagt wurde, aber die Qualität des Produktes und vor allem der Geschmack wurde immer wieder gelobt. Wirklich, eine der beiden Damen war so angetan vom Geschmack, ich glaube, nächstes Jahr gibt es eine Edition mit Vitamin C und ungesättigten Omega3-Fettsäuren. Im Gedächtnis blieb mir auch, daß der Geschmack und die Nützlichkeit beim Oralverkehr hervorgehoben wurden. Gleitcreme beim Oralverkehr? Hmm, ich glaube ich bin sexuell uninformiert.
Schauen wir noch kurz zum Preisvergleich bei einem bekannten Drogisten vorbei. 20 Euro für 100 ml? So was Edles hat Schlecker nicht im Sortiment, selbst in kleinerer Abpackung (das ist immer teuerer!) wird der Preis pro ml nicht erreicht. Aber Gleitmittel mit Geschmack haben die auch: "Joydivision. Gleitgel mit Banane-Geschmack". Banane, dieser Geschmack, äh, das ist jetzt nicht so aufregend und exotisch wie Lychee oder Papaya, andererseits, nun, naheliegender?
Vielleicht gibt es bald auch noch eine aufregende Schwester des frechen Vibrasseur: die Vibrasseusse, falls die Kundin es mal aufregend anders und ohne Tabus...
Ich bin nicht mehr lange genug drangeblieben, um noch mitzubekommen, ob, wie in der Küchenshow auch, zufriedene Kundinnen, die das Produkt schon bestellt haben, ihre Erfahrungen mit den übrigen Zuschauern teilen konnten. Aber wenn Sie das selbst herausfinden oder sich einfach mal nur informieren wollen, dann suchen Sie bei Channel21 nach der Sendung "Prickelnde Momente".
Sonntag, 6. März 2011
Zu Guttenberg - extended
Verteidigungsminister zu Guttenberg ist von Amt und Doktortitel zurückgetreten, der Nachfolger ist eingesetzt, Zeit für die Medien zum Durchschnaufen und zum Hinsetzen, um das, was passiert ist, in einen größeren Rahmen einzuordnen. Dabei sind mir vier Artikel untergekommen, die ich allesamt sehr lesenswert fand.
Ein Gespenst namens Guttenberg auf Spiegel Online
In dem Artikel weist Helmut Däuble auf den Aufbau einer Dolchstoßlegende für den Rücktritt zu Guttenbergs hin. Zu Guttenberg verweigert die Anerkennung, daß er mit seinem Verhalten seinen Rücktritt ganz alleine selbst zu verantworten hat. Und für sonderlich clever durchgeführt hält der Autor diese Strategie auch nicht.
Zwei Wochen deutsches Psychodrama von Nils Minkmar in der FAZ
Minkmar fragt sich, warum diese eigentlich vollkommen klare Angelegenheit zu zwei Wochen voller Aufgeregtheit führen konnte. Mit sehr schönen Sprachbildern und Vergleichen.
Nils Minkmar hat einmal Vertretung in Stefan Niggemeiers Blog übernommen. Das fand ich sehr unterhaltsam, deswegen kenne ich (und noch eine Leserin) den Namen und erwähne den etwas hervorgehobener als die anderen Autoren.
Guttenbergs verschleppter Rücktritt in der FAZ
Aufstieg und Fall. Guttenbergs märchenhafte Karriere in der WELT
Mal sehen, ob ich noch Artikel finde, in denen die Jammerlappigkeit der zu Guttenbergs aufs Korn genommen wird. KTG wurde am Wochenende von seinem Vater mit großen Worten in Schutz genommen, KTG selbst sprach davon, daß er an das Ende seiner Kräfte gekommen sei. Kein Wort davon, daß er das selbst verschuldet hatte. Und dabei hatte er noch nicht einmal die BILD-"Zeitung" gegen sich.
Ein Gespenst namens Guttenberg auf Spiegel Online
In dem Artikel weist Helmut Däuble auf den Aufbau einer Dolchstoßlegende für den Rücktritt zu Guttenbergs hin. Zu Guttenberg verweigert die Anerkennung, daß er mit seinem Verhalten seinen Rücktritt ganz alleine selbst zu verantworten hat. Und für sonderlich clever durchgeführt hält der Autor diese Strategie auch nicht.
Zwei Wochen deutsches Psychodrama von Nils Minkmar in der FAZ
Minkmar fragt sich, warum diese eigentlich vollkommen klare Angelegenheit zu zwei Wochen voller Aufgeregtheit führen konnte. Mit sehr schönen Sprachbildern und Vergleichen.
Nils Minkmar hat einmal Vertretung in Stefan Niggemeiers Blog übernommen. Das fand ich sehr unterhaltsam, deswegen kenne ich (und noch eine Leserin) den Namen und erwähne den etwas hervorgehobener als die anderen Autoren.
Guttenbergs verschleppter Rücktritt in der FAZ
Wer sich nicht blenden lässt, kann sehen, dass Guttenberg, gemessen an den üblichen, erst recht den an ihn angelegten Maßstäben, in seinem Leben nicht viel auf die Reihe bekommen hat. Er ist ein auffallend intelligenter Mensch, aber seine äußeren, zertifizierten Leistungen lagen deutlich unter diesem Niveau. Durchgestartet ist er erst in der Politik, dort aber mit ungeheurem Druck.Volker Zastrow belegt anhand mehrerer Beispiele, daß zu Guttenberg oftfragwürdige Entscheidungen getroffen hat und sich auch nicht anständig verhalten hat. Aber Zastrow malt auch ein größeres Bild der Affäre und stellt sie in einen größeren Kontext (Blah, schwach formuliert von mir, aber es ist schon spät).
Aufstieg und Fall. Guttenbergs märchenhafte Karriere in der WELT
Torsten Krauel verteidigt zu Guttenberg mehrfach, ohne sein Vergehen kleinzureden. Ich hatte mich mehrfach gefragt, wo denn die zu Guttenbergschen Qualitäten liegen sollen, die seine Anhänger und politischen Freunde alle gesehen haben wollen. Nun, ein paar Beispiele liefert Krauel, die mich das Talent auch anerkennen lassen. An anderer Stelle übertreibt es Krauel dann doch arg:
Er tat es (sich mit Tom Cruise zu treffen, der Autor), weil er sich ein persönliches Bild davon machen wollte, ob er Cruise guten Gewissens als Darsteller des Hitlerattentäters Claus Schenk Graf von Stauffenberg empfehlen könne. Er fand zu seinem Erstaunen heraus, dass der Amerikaner über den deutschen Widerstand präzise informiert war und über die komplizierten damaligen Vorgänge fast so viel wusste wie der Hitlerbiograf Joachim Fest, dessen Bücher Guttenberg natürlich gelesen hatte.Hat Karl-Theodor zu Guttenberg aufgrund seiner familiären Verbindung zum Widerstand um Stauffenberg eine solche Legitimation, daß er irgendwelche Empfehlungen darüber auszustellen hätte? Aber ansonsten ist zwar durchaus eine Begeisterung für zu Guttenberg zu finden, aber es werden auch Gründe dafür geliefert.
Mal sehen, ob ich noch Artikel finde, in denen die Jammerlappigkeit der zu Guttenbergs aufs Korn genommen wird. KTG wurde am Wochenende von seinem Vater mit großen Worten in Schutz genommen, KTG selbst sprach davon, daß er an das Ende seiner Kräfte gekommen sei. Kein Wort davon, daß er das selbst verschuldet hatte. Und dabei hatte er noch nicht einmal die BILD-"Zeitung" gegen sich.
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