Gerade werde ich per Twitter auf einen Jamiri-Comic aufmerksam, in dem der Weihnachtsmann sein Kostüm und die ganze Aufmachung doof findet und er keine Lust mehr auf den ganzen Kram hat. Als er allerdings ein Bild von Sascha Lobo in der Zeitung sieht, verfliegt der ganze Ärger und er hat wieder gute Laune. Ja, solche Momente gibt es. Vor einiger Zeit hatte ich ausgesucht schlechte Laune, morgens war ein Glas Milch umgekippt, die Kinder wollten nicht, was ich wollte, nachher beim Reifenwechseln klappte irgendetwas auch nicht so, wie es sollte, jedenfalls staute sich die ganze Zeit eine gehörige Ladung schlechter Laune in mir, die raus wollte, aber keinen fand, der sie haben wollte. Zur Hebung der guten Laune kehrte ich noch kurz bei einem Büdchen ein, um etwas Schokolade für den Frustabbau zu kaufen, und dort stand eine junge Frau mit Migrationshintergrund an der Kasse. Plötzlich kam mir der Gedanke, ihr doch kurz zu sagen, wie toll sie Deutsch spräche, und ich malte mir aus, wie sich mich genervt anfauchen würde, und kam aus dem Grinsen nicht mehr raus. Meine ganze schlechte Laune war wie weggeblasen, und der Rest vom Tag bewegte sich wieder nach oben. Ich habe das natürlich nicht zu der Frau gesagt, weil es zum einen dämlich gewesen wäre, und ich mir andererseits vorstellte, wie ihr großer Bruder oder Mann, der gerade das Büdchen verlassen hatte, vielleicht wieder zurückkäme, und mein geistreicher, ironisch gemeinter Scherz hätte erklärt werden müssen. Dazu hatte ich keine Lust, meine gute Laune blieb trotzdem.
Wenn ich jetzt wüßte, wie ich solche guten Augenblicke selbst herbei zaubern könnte, wäre mir sehr geholfen.
Textrohbauten und nicht zu Ende Gedachtes. Auf Anfrage liefere ich gerne nach.
Freitag, 18. November 2011
Samstag, 29. Oktober 2011
Griechenland und der Schuldenschnitt - "Das Ende der Geschichte"
Gerade lese ich, daß Griechenland einen Schuldenschnitt bekommt und nur 50 Prozent seiner Hilfen zurückzahlen muß. In seiner Gänze kann ich das nicht beurteilen, ich denke nur, daß die Bereitschaft zu einem Schuldenschnitt schon viel früher in der Krise denkbar hätte sein müssen. Nach meiner Beobachtung war das für die deutschen Politiker immer undenkbar.
Damit schreibe ich jetzt endlich über ein Thema, das hier schon länger in der Schublade liegt: der Umgang mit der Schuldenkrise erinnert mich sehr an den Fall des Ostblocks Ende der 80er Jahre. Eine Entwicklung (der Zusammenbruch des Ostblocks) wird nicht wahrgenommen, weil die möglichen Folgen als zu groß und unübersichtlich angesehen werden, als daß man sich wirklich darauf vorbereiten könnte. Deswegen bereitet man sich gar nicht darauf vor.
In meinen Augen traf der Zusammenbruch des Ostblocks den Westen sehr unvorbereitet. Natürlich gab es eine Menge Leute, die gesagt haben, das kann auf Dauer nicht gutgehen, das System wird zusammenbrechen. Aber wieviele Leute haben gesagt: Das System ist so marode, daß wir uns auf seinen Zusammenbruch vorbereiten müssen, indem wir Pläne vorbereiten und Maßnahmen ergreifen. Und dafür auch Geld ausgeben. Davon habe ich wenig mitbekommen.
Als der Zusammenbruch kam, hat man überstürzt all die Pläne genommen, nach denen im Westen angeblich erfolgreich gearbeitet wurde, oder noch besser, jetzt konnte man die Pläne umsetzen, nach denen man auch im Westen arbeiten sollte, aber es aufgrund von Widerständen nicht kann: der reine Kapitalismus. Soweit ich weiß, war der Harvard-Ökonom Jeffrey Sachs ein großer Verfechter dieses Ansatzes ("Schocktherapie"). Die russische Wirtschaft sollte weitgehend liberalisiert werden, die großen Unternehmen sollten umgehend privatisiert werden. Zu diesem Zwecke hat er sich auch als Berater in Rußland engagiert. Er hat dann recht bald gemerkt, daß das nicht funktioniert, und daß für eine funktionierende Wirtschaft mehr Dinge notwendig sind (als kurzer Überblick: http://www.zeit.de/2003/38/Jeffrey_Sachs).
So scheint mir die Entwicklung auch bei Griechenland zu sein. Zuerst scheint man gar nicht für möglich zu halten, daß innerhalb Europas Überschuldung ein Problem sein könnte (denn dann hätten bald viele Länder ein Problem). Dann wird das Problem richtig groß, und man muß sich drum kümmern, bleibt aber dabei, daß das Land im Prinzip das Problem alleine lösen müsse. Es gäbe zwar Finanzhilfen, die müssen aber natürlich zurückgezahlt werden. Da sich aufgrund dieser Einschätzung die Finanzmärkte aber nicht beruhigen (die haben das Problem vorher auch nicht wahrhaben wollen, können jetzt aber schneller als Politiker auf Plan B umstellen), verschärft sich die Krise, und man kommt zu der Lösung, die von vornherein offensichtlich war: daß nämlich irgendwer auf Geld verzichten muß, also ein Schuldenschnitt durchgeführt wird. Unklar war bis letzte Nacht, wer auf sein Geld verzichten muß.
Vielleicht wird bald auch den zuständigen Politikern klar, daß ein zu heftiges Sparen nach der Rasenmähermethode in Griechenland nicht helfen wird, die Krise zu bewältigen, sondern daß schon genau geschaut werden muß, wo weiter Geld fließen muß, und wo heftig gespart werden (und Einnahmen erhöht werden können), und wo nicht.
Mir graut vor dem nächsten Land, das eine Lösung auf breiter europäischer Ebene erfordern wird. Noch mehr graut mir aber vor den Problemen in diesem Land, die schon vor langer Zeit hätten gelöst werden müssen, wie z.B. die Pensionszahlungen für Beamte. Da wird noch was kommen.
Damit schreibe ich jetzt endlich über ein Thema, das hier schon länger in der Schublade liegt: der Umgang mit der Schuldenkrise erinnert mich sehr an den Fall des Ostblocks Ende der 80er Jahre. Eine Entwicklung (der Zusammenbruch des Ostblocks) wird nicht wahrgenommen, weil die möglichen Folgen als zu groß und unübersichtlich angesehen werden, als daß man sich wirklich darauf vorbereiten könnte. Deswegen bereitet man sich gar nicht darauf vor.
In meinen Augen traf der Zusammenbruch des Ostblocks den Westen sehr unvorbereitet. Natürlich gab es eine Menge Leute, die gesagt haben, das kann auf Dauer nicht gutgehen, das System wird zusammenbrechen. Aber wieviele Leute haben gesagt: Das System ist so marode, daß wir uns auf seinen Zusammenbruch vorbereiten müssen, indem wir Pläne vorbereiten und Maßnahmen ergreifen. Und dafür auch Geld ausgeben. Davon habe ich wenig mitbekommen.
Als der Zusammenbruch kam, hat man überstürzt all die Pläne genommen, nach denen im Westen angeblich erfolgreich gearbeitet wurde, oder noch besser, jetzt konnte man die Pläne umsetzen, nach denen man auch im Westen arbeiten sollte, aber es aufgrund von Widerständen nicht kann: der reine Kapitalismus. Soweit ich weiß, war der Harvard-Ökonom Jeffrey Sachs ein großer Verfechter dieses Ansatzes ("Schocktherapie"). Die russische Wirtschaft sollte weitgehend liberalisiert werden, die großen Unternehmen sollten umgehend privatisiert werden. Zu diesem Zwecke hat er sich auch als Berater in Rußland engagiert. Er hat dann recht bald gemerkt, daß das nicht funktioniert, und daß für eine funktionierende Wirtschaft mehr Dinge notwendig sind (als kurzer Überblick: http://www.zeit.de/2003/38/Jeffrey_Sachs).
So scheint mir die Entwicklung auch bei Griechenland zu sein. Zuerst scheint man gar nicht für möglich zu halten, daß innerhalb Europas Überschuldung ein Problem sein könnte (denn dann hätten bald viele Länder ein Problem). Dann wird das Problem richtig groß, und man muß sich drum kümmern, bleibt aber dabei, daß das Land im Prinzip das Problem alleine lösen müsse. Es gäbe zwar Finanzhilfen, die müssen aber natürlich zurückgezahlt werden. Da sich aufgrund dieser Einschätzung die Finanzmärkte aber nicht beruhigen (die haben das Problem vorher auch nicht wahrhaben wollen, können jetzt aber schneller als Politiker auf Plan B umstellen), verschärft sich die Krise, und man kommt zu der Lösung, die von vornherein offensichtlich war: daß nämlich irgendwer auf Geld verzichten muß, also ein Schuldenschnitt durchgeführt wird. Unklar war bis letzte Nacht, wer auf sein Geld verzichten muß.
Vielleicht wird bald auch den zuständigen Politikern klar, daß ein zu heftiges Sparen nach der Rasenmähermethode in Griechenland nicht helfen wird, die Krise zu bewältigen, sondern daß schon genau geschaut werden muß, wo weiter Geld fließen muß, und wo heftig gespart werden (und Einnahmen erhöht werden können), und wo nicht.
Mir graut vor dem nächsten Land, das eine Lösung auf breiter europäischer Ebene erfordern wird. Noch mehr graut mir aber vor den Problemen in diesem Land, die schon vor langer Zeit hätten gelöst werden müssen, wie z.B. die Pensionszahlungen für Beamte. Da wird noch was kommen.
Freitag, 21. Oktober 2011
Helmpflicht für Radfahrer - Blödsinn!
Gerade hat unser Verkehrsminister wieder öffentlich über eine Helmpflicht für Radfahrer nachgedacht. Die halte ich für Unsinn, obwohl ich selbst seit geraumer Zeit mit Helm fahre, auch wenn ich mich ab und zu selbst für arg muttihaft halte. Aber ich bin so eitel zu denken, daß ich etwas zu verlieren habe, wenn ich auf den Kopf falle. Und realistisch genug, um nicht zu denken, ich könnte mich im Falle eines Falles elegant abrollen und mir nach dem Aufstehen den Straßenstaub von der Hose klopfen.
Ein paar Argumente sind in diesem Spiegel online-Artikel zu finden. Man muß aber auch den weiteren Rahmen betrachten. Genauso wie andere neue Regelungen wird die Helmpflicht kaum durchgesetzt werden (Telefonieren beim Autofahren, Rauchen auf dem Bahnsteig (ich weiß, das ist nicht Polizeiaufgabe), kaputte Beleuchtung bei Autos und Radfahrern usw.). Die Polizei kümmert sich nach meiner Beobachtungen jetzt schon nur um die Dinge, die ihnen morgens auf dem Einsatzplan als Aufgabe mitgeteilt wurden. Der einzige Vorteil wird also sein, daß die Auto-Versicherungen Geld sparen. Da Autofahrer die Hauptverursacher von tödlichen Fahrradunfällen sind, können sich die Kfz-Versicherer in Zukunft Zahlungen ersparen, genauso wie jetzt schon Zahlungen gekürzt werden, wenn ein automobiler Unfallgegner nicht angeschnallt war. Man wird dann sagen können: "Sie waren ja selbst schuld, daß Sie jetzt diese Spastiken haben, Sie hatten ja keinen Helm auf." Das Verschulden des Verursachers kann man dann schon fast unter den Tisch fallen lassen.
Das wäre in meinen Augen die einzige Folge einer Helmpflicht für Radfahrer. Ach ja, und daß weniger Leute mit dem Fahrrad fahren werden.
Ein paar Argumente sind in diesem Spiegel online-Artikel zu finden. Man muß aber auch den weiteren Rahmen betrachten. Genauso wie andere neue Regelungen wird die Helmpflicht kaum durchgesetzt werden (Telefonieren beim Autofahren, Rauchen auf dem Bahnsteig (ich weiß, das ist nicht Polizeiaufgabe), kaputte Beleuchtung bei Autos und Radfahrern usw.). Die Polizei kümmert sich nach meiner Beobachtungen jetzt schon nur um die Dinge, die ihnen morgens auf dem Einsatzplan als Aufgabe mitgeteilt wurden. Der einzige Vorteil wird also sein, daß die Auto-Versicherungen Geld sparen. Da Autofahrer die Hauptverursacher von tödlichen Fahrradunfällen sind, können sich die Kfz-Versicherer in Zukunft Zahlungen ersparen, genauso wie jetzt schon Zahlungen gekürzt werden, wenn ein automobiler Unfallgegner nicht angeschnallt war. Man wird dann sagen können: "Sie waren ja selbst schuld, daß Sie jetzt diese Spastiken haben, Sie hatten ja keinen Helm auf." Das Verschulden des Verursachers kann man dann schon fast unter den Tisch fallen lassen.
Das wäre in meinen Augen die einzige Folge einer Helmpflicht für Radfahrer. Ach ja, und daß weniger Leute mit dem Fahrrad fahren werden.
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Freitag, 9. September 2011
Harald Schmidt und die Erfahrung
Aus dem Perlentaucher:
So werde ich es mit seiner Sendung auch halten, bis mir das Internet oder andere Informationsquellen mitteilen, daß es doch etwas Überraschendes gibt.
In einem sehr zur Sprunghaftigkeit neigenden Interview mit Christopher Keil erklärt der jetzt wieder bei Sat.1 latenighttalkende Harald Schmidt, was ist, wird und kommt. Und auf die Frage nach seinem Medienjunkietum meint er: "Stark reduziert, ich bin zehn Jahre weiter, das heißt: Ich sehe den Autor, ich sehe die Überschrift, dann weiß ich, was kommt und spare mir den Artikel. Das geht alles wesentlich schneller als früher."
So werde ich es mit seiner Sendung auch halten, bis mir das Internet oder andere Informationsquellen mitteilen, daß es doch etwas Überraschendes gibt.
Montag, 5. September 2011
So viele Gedanken, so wenig Lust
Woran liegt das, daß ich Gedanken für zehn Postings habe, aber keine Lust, sie tatsächlich geordnet niederzuschreiben? Schwergängige Tastatur? Zu viel Bier? Nein, die beiden Gründe sind es nicht. Also bleibt es wieder mal bei diesem selbstreflexiven Kleinstbeitrag. Weitere Gedanken zum Thema Langeweile bei Kindern als Entwicklungsschub, zur Vergleichbarkeit der Situation auf den Finanzmärkten mit dem Zusammenbruch des Ostblocks und zur Rettung des Modells vom Homo Oeconomicus dann demnächst irgendwann oder auf persönlichen Wunsch.
Mittwoch, 11. Mai 2011
Verdorbene Vorfreude
Eigentlich sollte sich dieser Abend anders entwickeln. Kinder sollten im Bett sein, die Ehefrau ESC schauen oder stricken, und ich wollte eigentlich eine Neuerwerbung in den Computer einbauen - eine SSD. Die Beschaffung war sorgfältig ausbaldowert. Zum einen war der Preis bei einer grüßeren Computer-Kette auf mit anderen Versendern vergleichbares Niveau gefallen, zum anderen hatte ich geplant, die SSD bar zu bezahlen, um sie ggf. besser mit Garantie wieder weiter verkaufen zu können, falls die Leistung nicht so sein sollte wie erwartet (Garantie oder Gewährleistung gibt es nur beim Verkauf vom Händler an den ersten Käufer. Wird etwas weiterverkauft, muß der Händler dafür nicht mehr geradestehen. Deswegen sollte besser kein Name auf der Quittung stehen). Jedenfalls hatte die Gattin 200,- Euro Bargeld bei sich, um eventuell nach der Fortbildung in Düsseldorf weiter zur Karlstraßezu fahren und das vorbestellte Traumgerät abzuholen. Nun ja, leider wurde ihr just nach Verlassen des Tagungshotels das Portemonnaie aus der Handtasche geklaut. Neben dem Bargeld mit vielen Papieren. Mist. Nun ja, so wurde der Abend mit 2 Bier und Frustessen verbracht. Ob das Geld jetzt trotzdem ausgegeben wird oder nicht, das weiß ich nicht. Der Bargeldplan wird aber beibehalten. Und dann gibt es hier auch einen Erfahrungsbericht.
Mittwoch, 6. April 2011
Doppelgänger überall
Gerade schaue ich bei SPIEGEL Online SPAM nach Neuigkeiten, da stolpere ich über den jungen Helmut Kohl. Was hatte der denn mal mit Schalke 04 zu tun? und warum ist das Bild in Farbe?
Aber so was ähnliches ist gestern schon passiert. Ich wußte gar nicht, daß Larry Page in Wahrheit die schlanke Hälfte (David Walliams) von Little Britain ist.
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