Montag, 10. Mai 2010

Landtagswahl NRW -ein Déja Vu

Gerade ist die Wahl in NRW gelaufen, da kommen die ersten Fernsehbilder. Das erste, was ich sehe, ist eine jubelnde Hannelore Kraft, es kommen Sprüche wie "Wir sind wieder da", "ein gutes Ergebnis" und sowas, und es ist noch recht früh, die Wahlergebnisse noch nicht endgültig, klar ist jedenfalls, daß Jürgen Rüttgers verloren hat, und zwar heftig. Und irgendwann sehe ich dann die erste Gewinn- und Verlustrechnung und bin ziemlich erstaunt, als ich sehe, daß die SPD 2,7 Prozentpunkte verloren hat. Ein Blick ins Stammlokal der FDP bringt Beerdigungsstimmung, obwohl die auch leichte Gewinne erzielen konnten. Gerechtfertigten Jubel gibt dann bei Grünen und der Linken, die ganz klar was zu feiern haben.

Jedenfalls kurz, nachdem ich die jubelnde Hannelore Kraft gesehen hatte, kamen mir die Bilder der letzten Wahl wieder in den Sinn. Auch hier haben SPD-Leute sich gefreut, als ob sie die Wahl gewonnen hätten, obwohl sie rein gar nichts erreicht hatten. Besonders verhaftet blieb mir Frank-Walter Steinmeier, dessen ungerechtfertigter Jubel mich damals schon beinahe abgestoßen hatte.
Heute morgen bekam das Ganze dann ein Sahnehäubchen in Form einer Äußerung von Andrea Nahles, die meinte, es sei eindeutig nicht der Wählerwille, dass die CDU die Landesregierung weiter führe, und auch Hannelore Kraft persönlich blamierte sich in meinen Augen deutlich, als bei SPIEGEL Online zu lesen war: Dieser Ministerpräsident ist so deutlich abgewählt worden - wir haben einen klaren Führungsanspruch für dieses Land." Hallo, die CDU ist zwar nur noch hauchdünn, aber immer noch die stärkste Partei in NRW. Ein Verlust von mehr als zehn Prozent ist zwar peinlich und drastisch, aber schließlich werden immer noch Stimmen gezählt und Sitze verteilt, und nicht irgendwelche Veränderungen zur letzten Wahl bewertet.

Hier könnte nun der Eindruck entstehen, daß Sympathien für die CDU vorhanden sind. Kann sein, aber zum einen habe ich mir gewünscht, daß Jürgen Rüttgers einen Denkzettel für seine gesammelten kleinen Skandälchen bekommt, von denen er angeblich nichts gewußt haben soll, und zum anderen ist die Neigung zu den Schwarzen familiär bedingt, ich arbeite zwar daran, mich davon zu befreien, aber ich falle immer wieder in alte Muster zurück. Vor allem aber kriegt eine SPD, die sich trotz fortschreitender Erosion ihrer Wählerschaft, trotz lediglich verlangsamten und noch keineswegs gestopptem Abrutschen in Bedeutungslosigkeit bei mir kein Bein an den Boden, wenn sie mit solchen Mätzchen wie den oben angeführten bei den geistig Schwachen meint, Eindruck schinden zu können.

Und wenn man sich schon ärgert, dann ist es auch nicht schwer, ungerecht zu sein. Denn eigentlich hätte ich hier ja noch lobende Erwähnung für die FDP unterbringen können, weil die trotz Zugewinn sehr demütig daher kam und nicht nur bei anderen nach Gründen für den Machtverlust suchte. Aber solange Guido Westerwelle jeden Zusammenhang zwischen der dicken Spende eines Hoteliers und der Durchsetzung eines maßgeschneiderten Steuervorteils für eine ziemlich genau umrissene Klientel bei gleichzeitig äußerst schwachen Spillover-Effekt auf den Rest der Wirtschaft als "absurd" bezeichnet, solange ist hier für solche Leute nichts zu er3warten. Auch wenn Liberalismus eine feine Sache ist: die FDP hat damit nichts zu tun.

Daß hier die Formatierung verrutscht ist, wird ein andermal gerichtet. Aber wenn keiner vorbeiokommt, muß ich ja auch nicht aufräumen.

Samstag, 8. Mai 2010

Pathos - gerne, aber bitte ernsthaft!

Von Harald Schmidt stammt der Spruch "Nach der Ironie kommt das Pathos". Zu der Zeit, als ich den Spruch hörte, dachte, ja wo ist es denn? Außer bei Xavier Naidoo sehe ich es noch nicht. Vielleicht bringe ich die Zeiten durcheinander und ich will jetzt nicht googlen, um meinen Gedankenfluß nicht zu unterbrechen, aber zu Beginn des zweiten Golfkriegs fand ich dann ein schönes, wirklich schönes Beispiel dafür: Ein britischer Oberstleutnant eines Fallschirmjägerregiments hielt eine kurze Ansprache an sein Regiment. Und am meisten liebe ich Pathos, wenn es nicht vollkommen einseitig wird, wenn neben Entschlossenheit auch Zurückhaltung gefordert wird. In der Ansprache von Lieutenant Colonel Tim Collins drückt er seinen Wunsch aus, jeden einzelnen Soldaten wieder mit nach Hause zu nehmen, sagt aber direkt, daß dieser Wunsch wohl nicht erfüllt werden wird. An anderer Stelle kommt etwas typisch britisches, ich glaube lakonisches, wo Collins an die Rechte des Gegners erinnert und er seinen Soldaten sagt, nicht unnötig zu töten. Sie würden nicht glücklich werden damit. Aber die Gegner, die kämpfen wollen, denen will er auch Gefallen daran bereiten.

In Textinterpretationen war ich immer schwach. Deswegen füge ich hier gleich die Rede ein, anstatt weiter drin herumzustochern. Aber als ich sie damals las, wünschte ich mir, daß ein solches positives Pathos und angenehme Ernsthaftigkeit auch einmal bei uns zu finden ist. 1990 hätte es eine gute Gelegenheit gegeben, so in der Richtung "Blut, Schweiß und Tränen", aber stattdessen wurde von blühenden Landschaften geredet.

Nein, mir muß keiner erzählen, warum Deutsche bei Pathos erst einmal zurückzucken. Leider habe ich aber mittlerweile das Gefühl, daß ein paar der Gefühle, die zum Ende des Pathos führten, wieder auferstehen. Darüber werde ich demnächst schreiben, um konkreter zu werden.


Dies ist aus einem Artikel der BBC. Ich habe keine offizielle Niederschrift der Rede gefunden und habe die Rede hier übernommen, habe aber die Hervorhebungen einiger Zitate gelöscht.

"We go to liberate not to conquer. We will not fly our flags in their country," he said.

"We are entering Iraq to free a people and the only flag which will be flown in that ancient land is their own. Show respect for them.

"There are some who are alive at this moment who will not be alive shortly. Those who do not wish to go on that journey, we will not send.

"As for the others I expect you to rock their world. Wipe them out if that is what they choose. But if you are ferocious in battle remember to be magnanimous in victory.

"Iraq is steeped in history. It is the site of the Garden of Eden, of the Great Flood and the birthplace of Abraham. Tread lightly there.

"You will see things that no man could pay to see and you will have to go a long way to find a more decent, generous and upright people than the Iraqis.

"You will be embarrassed by their hospitality even though they have nothing.

"Don't treat them as refugees for they are in their own country. Their children will be poor, in years to come they will know that the light of liberation in their lives was brought by you.

"If there are casualties of war then remember that when they woke up and got dressed in the morning they did not plan to die this day.

"Allow them dignity in death. Bury them properly and mark their graves."

To his 800 men - an arm of the 16 Air Assault Brigade - he said: "It is my foremost intention to bring every single one of you out alive but there may be people among us who will not see the end of this campaign.

"We will put them in their sleeping bags and send them back. There will be no time for sorrow.

"The enemy should be in no doubt that we are his nemesis and that we are bringing about his rightful destruction.

"There are many regional commanders who have stains on their souls and they are stoking the fires of hell for Saddam.

There may be people among us who will not see the end of this... We will put them in their sleeping bags and send them back, there will be no time for sorrow
Lieutenant Colonel Tim Collins
"He and his forces will be destroyed by this coalition for what they have done. As they die they will know their deeds have brought them to this place. Show them no pity."

He said: "It is a big step to take another human life. It is not to be done lightly.

"I know of men who have taken life needlessly in other conflicts, I can assure you they live with the mark of Cain upon them.

"If someone surrenders to you then remember they have that right in international law and ensure that one day they go home to their family.

"The ones who wish to fight, well, we aim to please."

He warned the troops not to get carried away in the heat of battle.

"If you harm the regiment or its history by over enthusiasm in killing or in cowardice, know it is your family who will suffer.

Warning that the troops were very likely to face chemical or biological weapons, he said: "It is not a question of if, it's a question of when. We know he has already devolved the decision to lower commanders, and that means he has already taken the decision himself. If we survive the first strike we will survive the attack."

His closing words were resolute: "As for ourselves, let's bring everyone home and leave Iraq a better place for us having been there. Our business now is north."



Bei SPIEGEL Online gibt es die Rubrik "einestages". Dort wird die Geschichte eines Kriegsreporters des Zweiten Weltkriegs erzählt, dessen Reportagen berühmt wurden und der den Pulitzerpreis bekam. Sein Entwurf eines Artikels über das Ende des Krieges ist großartig, traurig und ernsthaft, aber doch nicht ohne Hoffnung.

Der Artikel aus einestages ist hier zu finden, und in diesem amerikanischen Blog eines Soldaten die Originalversion seines letzten Artikels.

Ach ja, neben dem Neid auf angemessenes Pathos und Ernsthaftigkeit ist es auch einfach der Neid, nicht so gut wie diese Leute formulieren zu können. Wenn ich schreiben könnte wie Ernie Pyle, dann wäre es mir auch egal, wenn mich keiner lesen würde. Dann würde ich an mir selbst erfreuen.

Freitag, 7. Mai 2010

Problemzone Jungs - und was ist mit der Bundeswehr?

Seit geraumer Zeit werden Jungen ja zum schwachen Geschlecht erklärt. Sind schlecht in der Schule, sind gewalttätig, haben zu wenig soziale Fähigkeiten, die im Berufsleben doch so wichtig sind, und, und, und...

Abgesehen davon, daß in zwei DAX-Konzernen Frauen im Vorstand vertreten sind, sehe ich auch in den jüngeren Reihen zwar viele erfolgreiche Frauen, aber ich sehe noch keineswegs, daß in Deutschland erfolgreiche Jungen von Mädchen verdrängt werden. Es ist wahrscheinlich so, daß es mehr problematischen Jungen gibt als früher, aber deswegen die übrigen Jungs schon abzuschreiben scheint mir etwas voreilig zu sein.

Um es kurz zu machen: Könnte mal jemand den Verein fragen, der am meisten Erfahrung in Deutschland mit jungen Männern hat, wie es um die jungen Männer steht? Nämlich die Bundeswehr? Wenn es so schlimm steht um den männlichen Nachwuchs, dann müßte es um die Bundeswehr doch wirklich schlecht stehen. Aber haben die sich schon einmal so richtig über den Nachwuchs beschwert? Bei mir ist das zumindest nicht angekommen. Klagen über zu wenig Geld und schlechte Ausrüstung, zu viel Auslandseinsatz und schlechte Führung, aber ein Lamentieren über "die jungen Männer von heute"? Zuletzt wurde der Hälfte der deutschen Schulabgänger die Ausbildungsreife abgesprochen, die Zahl wurde nachher nach unten korrigiert. Handwerker beschweren sich, daß sie keine passenden Auszubildenden mehr finden, ich will das gar nicht als falsch hinstellen. Aber was passiert denn dann bei der Bundeswehr? Leiden die still vor sich hin mit den Nachwuchsidioten? Fragt die keiner, hört denen keiner zu? Oder ist es ganz anders, weil die Bundeswehr mit den Jungen von heute besser umgehen kann? Und damit komme ich zu einer steilen These:

Vielleicht kommt die Bundeswehr gut mit den jungen Männern von heute zu Recht, weil sie die richtigen Methoden hat, mit ihnen umzugehen: ein starres System von Regeln, deren Einhaltung auch tatsächlich verlangt wird, Autorität, Aufgaben.

Meine Frau ist ja Realschullehrerin, wie ich vielleicht schon mal erwähnte, und hin und wieder wird sie von früheren Schülern besucht. Teilweise ist das doof, weil die Schüler immer noch doof sind, aber oft ist es durchaus interessant, wenn Schüler sich auf einmal viel besser entwickelt haben, als man es von ihnen erwartet hat. Und meine Frau erzählte mir zuletzt von drei Jungs, die in der Schule wirklich verpeilt waren, nichts auf die Reihe kriegten, und bei denen man gespannt war, wohin die Reise gehen würde, und bei diesen dreien bestand eine gewisse Gemeinsamkeit darin, daß sie sich bei der Bundeswehr verpflichtet hatten und danach weitere Ausbildungen besser bewältigt hatten als ihre vorherige Schullaufbahn. Empirisch heißt das nichts, aber es könnte ein Anfang sein.

Egal ob meine These (die Bundeswehr hat keine großen Probleme mit jungen Männern, weil sie weiß, wie man mit ihnen umgehen muß) zutrifft oder nicht, ich würde gerne mal hören, was dort über den Nachwuchs gedacht wird. Mittlerweile geht man dort ja nicht mehr so früh in Rente wie noch vor zwanzig Jahren, also müßte sich dort doch ein Stabsfeldwebel mit dreißig Jahren Zugehörigkeit finden lassen, auch Offiziere sind ja lange dabei. Und da bei der Bundeswehr ja nun fast jede Stelle mit nachrückendem Nachwuchs zu tun hat, ergeben sich die Erfahrungen doch von selbst.

Also, liebe Dokumentarfilmer, wenn irgendeiner nach einer Idee sucht, hier kann er sie abholen. Einfach sich fragen, ob die Bundeswehr auch einstimmt in die Klage über die Jugend von heute, und wenn nicht, dann mal weiter überlegen.

So, ich will jetzt fertig werden und feile später an ein paar Ergänzungen, die ich noch nicht unterkriegen konnte.

Donnerstag, 29. April 2010

Masern oder MRSA - nein, nicht miteinander verwechseln, bitte.

Heute morgen wurde in der Zeitung beklagt, daß jetzt schon mehr Masernfälle aufgetreten sind als im ganzen letzten Jahr. Zurückgeführt wird dies auf die fehlenden Impfungen, viele der betroffenen Kinder kommen von Waldorfschulen, an denen man besonders "impfkritisch" ist.

Schön und gut, die Aufregung, vor allem, weil das ja nun sehr vermeidbar ist, und der gedankliche Hintergrund der meisten "Impfkritik" einfach ein unglaublicher Schwachsinn ist. Meine Kinder sind gegen Masern geimpft, ich sehe nicht die Notwendigkeit, sie diese Krankheit durchmachen zu lassen, um sie zu stärken. Auch die anderen gängigen Impfungen haben wir durchführen lassen, allerdings nicht die Windpocken. Ich habe die Zeit zu Hause zu bleiben, und eine kleine Herausforderung würde das Immunsystem halte ich in der Tat für sinnvoll.

Was mich aber ärgert, ist die Vernachlässigung eines anderen wichtigen Themas: MRSA. Wer heutzutage in ein Krankenhaus zur Behandlung gehen muß, hat gute Chancen, sich dort zusätzliche Infektionen nach Hause mitzunehmen. Ein Viertel aller stationär Behandelten soll sich im letzten Jahr im Krankenhaus ein Infektion zugezogen haben. Besonders gefährlich sind dabei multiresistente Keime, gegen die teilweise keine Behandlungsmethoden mehr helfen. Der Sohn des Schauspielers Gerard Depardieu hat sich bei der Behandlung seines Motorradunfalls im Krankenhaus mit MRSA infiziert. Die Beschwerden waren so groß, daß sie wohl zu seinem Selbstmord mitbeigetragen haben. Durch eine bessere Bekämpfung dieser Keime könnten in Deutschland wohl 20.000 Tote vermieden werden und 400.000 Infektionen. 20.000 Tote, die vermieden werden können, eine andere Zahl spricht von 40.000 Toten durch MRSA in Deutschland. Wie war nochmal die Letalität von Masern? "Von den hundert erkrankten Kindern wmußten einige im Krankenhaus behandelt werden".

Ich möchte Masern nicht verharmlosen, die Impfung gegen Masern ist höchst sinnvoll und empfehlenswert. Aber ich verstehe nicht, wie ein dermaßen gefährliches gesundheitliches Problem wie MRSA nicht wirkungsvoll in Deutschland bekämpft und eine eigene Agenda bekommt. In Holland, Schweden und Dänemark ist man wesentlich weiter. Wieso klappt dort etwas, was bei uns noch nicht einmal als ernst zu nehmendes Problem angesehen wird?

Montag, 26. April 2010

Gegen den Abmahn-Wahn

Ich werde in diesem Blog sehr wahrscheinlich alles vermeiden, was mir eine Abmahnung einbringen könnte. Aber vielleicht wird mir das nicht gelingen, weil ich irgendwann ein Bild benütze, dessen Copyrights ich nicht beachtet habe, oder ich mache selbst ein Foto, das aber irgendwem nicht gefällt (s.Playmobil), oder ich vergreife mich in der Wortwahl um eine Jota, dann werde ich wohl doch mal Ärger bekommen. Und deswegen möchte ich auf diesen Artikel verweisen:



Freitag, 23. April 2010

Das ipad und ich - alte Bekannte?

Als das ipad erschien, hatte ich ein kleines Dejavu: Seitdem ich zum ersten Mal von einem Tablet PC gelesen habe, dachte ich mir, daß so Gerät doch das ideale Ding für mich wäre, und wenn man es in den Funktionen reduziert, es dann auch leichter und flacher werden könnte. Nein, ich will mich hier nicht zum nachträglichen Erfinder hochstilisieren, aber als das ipad draußen war, habe ich mir eher gedacht: "Na endlich" anstatt "toll". Denn eigentlich wurde mein Traumgerät vor ein paar Monaten vorgestellt, nämlich der Reader von Plastic Logic. Das Gerät soll vor allem zum Lesen von Dokumenten nützlich sein, ein MP3-Player wird vielleicht auch enthalten sein, für Videos wird das Ding allerdings nicht zu gebrauchen sein, weil das elektronische Papier dafür zu langsam reagiert. Dafür soll die Lesbarkeit von Texten wesentlich angenehmer sein als beim ipad, weil das Leuchten des Bildschirms fehlt, das auf Dauer die Augen anstrengt. Echt, als das Ding vorgestellt wurde, habe ich so ziemlich jeden drauf gestoßen, von dem ich mir auch nur halbwegs Interesse dafür vorstellen konnte.

Die Idee für ein Webpad (unter dem Namen gibt es so etwas wie das ipad nämlich schon länger) kam mir schon, als vor einigen Jahren der Kühlschrank intelligent werden sollte und irgendwelche Hersteller, die vom Internethype ein Stück abhaben wollten, einen Flachbildschirm an den Kühlschrank schraubten - als Kommunikationszentrale für die ganze Familie. Gute Idee, dachte ich mir, da schauen ja fast alle vorbei, aber warum um Gottes Namen soll der Bildschirm fest am Kühlschrank bleiben? Das ist doch verschenkt. Und darum habe ich mir zum letzten Geburtstag einen Tablet Pc schenken lassen, den Intel Classmate PC. Ich habe das Gerät noch um einen Bluetooth-Adapter verstärkt, um die Synchronisation meines Handys darüber laufen zu lassen und einen Terminkalender für die ganze Familie daraus erstellen zu lassen (wer sein Handy nicht für Terminerinnerungen benutzt, darf Sachen per Hand eintragen). Da ich aber lieber im Internet surfe als konzentriert zu arbeiten, ist bisher noch nichts draus geworden. Der Bedarf bei mir und in diesem Haushalt ist nicht so groß, und teilweise ist der Classmate schnarchlangsam. Auch das Problem konnte ich bisher nicht lösen. Nun ja, noch ist Zeit.

Jetzt ist aber Zeit, mal einen kühnen Bogen zu schlagen und zu sagen, wer als erstes (nach meinem Wissen) die Idee für ein Webpad bzw. Tablet PC hatte. Das war nach meinem Wissen Sony. Und zwar habe ich das Gerät in einem Fernsehbeitrag über das neue Haus von Bill Gates gesehen, das er sich irgendwo bei Seattle bauen ließ, und das vollgestopft mit Technik zu einem Vorzeigeprojekt werden sollte, was mit Computern im Haus möglich sein sollte - es war im Grunde nur eine Fernbedienung für das Haus, allerdings eine sehr komfortable. Ich wollte gerade nicht mehr herausfinden, wann das Haus gebaut wurde, aber es war glaube ich noch, bevor das Internet ein Thema wurde. In Windows 95 war ja auch noch kein Browser enthalten, erst mit Windows 98 ging das wirklich einfach (nur zur Anmerkung: der Verfasser dieser Zeilen hat es einige Male unter Windows 3.1 geschafft, sich von zu Hause mit Winsock in die Uni Düsseldorf einzuwählen anstatt im Rechenzentrum zu surfen. Stabil war das aber nicht, und wenn es nicht klappte, wußte ich auch nicht, warum es schief ging).

Jedenfalls habe ich mir seit damals gedacht, daß so ein Gerät doch mal kommen müßte. Und nun, es ist soweit. Wann ich allerdings das Geld haben werde, um mir so etwas wie das ipad kaufen zu können weiß ich nicht. Ein ipad wird es aber wohl nicht werden: Wenn ich das Wort "Sperma" lesen will, dann will ich mir das nicht von einer Firma verbieten lassen.

Dienstag, 20. April 2010

Immer wieder aufstehen, immer wieder sagen es geht doch!

... so ging ein Song vom Anfang der 80er, ich glaube die Band hieß Herne 13. Egal, ist ja ziemlich tot hier gewesen, ich hab das Paßwort wieder gefunden, ich fange erstmal wieder klein an und setze hier interessante Artikel rein, auf die ich gestoßen bin.

Zur Gefährlichkeit des Sitzens:

Sitzen scheint für die Gesundheit eine echte Gefahr zu sein. Wenn die Ergebnisse der Forscher in dem Artikel nicht vollkommen falsch sind, müßte das auch für die Bewertung von Computerspielen neue Impulse geben. Bei Nintendo wird man sich die Hände vor Freude reiben, möglicherweise zu Recht. Und vielleicht wird auch in dieser Wohnung ein Stehpultfür den PC eingerichtet werden.


Ein energetisches Experiment

Lesen Sie diesen Text im Stehen!

VON OLIVIA JUDSON
Sitzen macht krank. Es spielt überhaupt keine Rolle, ob Sie jeden Morgen joggen oder regelmäßig ins Fitnessstudio gehen. Wenn Sie den Rest des Tages im Sitzen verbringen - im Auto, am Schreibtisch, zu Hause auf dem Sofa -, riskieren Sie Fettleibigkeit, Diabetes, Herzkrankheiten, mehrere Arten von Krebs und einen frühen Tod. Mit anderen Worten: Ganz egal, wie fleißig Sie Sport treiben - langes Sitzen ist schlecht für Ihre Gesundheit. (mehr)